Der 23. Mai ist der Tag, an dem im Jahre 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet wurde. In Rödermark werden seit 2006 immer rund um diesen Tag die in den vergangenen zwölf Monaten hier neu eingebürgerten Menschen offiziell willkommen geheißen. Am vergangenen Dienstag begrüßten Bürgermeister Roland Kern und Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann wieder Frauen und Männer aus aller Herren Länder zu einer kleinen Feier in der Kelterscheune. Musikalische Akzente setzte die Band „Real Touch“.
Insgesamt 51 Menschen aus 22 Ländern und 2 Kontinenten haben seit der Einbürgerungsfeier 2018 die deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Die meisten von ihnen, nämlich neun, kommen ursprünglich aus der Türkei, acht aus Groß-Britannien und aus Polen, je drei aus dem Iran, Pakistan und Ungarn, zwei aus Afghanistan und je einer aus Bulgarien, Guinea, Kamerun, Angola, Bosnien-Herzegowina, Indonesien, Österreich, Marokko, Kroatien, Südafrika, China, Griechenland, Spanien, Italien und der Ukraine. Viele hatten auf die Einladung der Stadt geantwortet. Einige wohnen nicht mehr in Rödermark, einige mussten an diesem Abend arbeiten oder waren aus anderen Gründen verhindert. Doch immerhin konnten Kern und Sulzmann 16 neue Staatsbürger willkommen heißen, darunter einige Kinder.
Sven Sulzmann erinnerte daran, dass die Einbürgerung nur der letzte einer Reihe von Schritten sei. Wer diesen Schritt gehe, der habe seine Heimat verlassen, habe sich oftmals auf den Weg gemacht in eine ungewisse Zukunft, habe sich eine neue Heimat suchen und einiges auf sich nehmen müssen. „Das ist nicht einfach, aber Sie sind nicht alleine, Sie sind in Rödermark unter Freunden“, rief Sulzmann den neuen deutschen Staatsbürgern zu. Bürgermeister Kern betonte die Bedeutung des Grundgesetzes mit seinen tragenden Prinzipien der Würde des Menschen, der Gewaltenteilung, der Gleichberechtigung von Mann und Frau oder der Meinungs-, Religions- und Kunstfreiheit als „geistiges Fundament unseres demokratisch verfassten Staates“.
Nach ihren Ansprachen baten Kern und Sulzmann die neuen Staatsbürger einzeln nach vorn vor die Bühne der Kelterscheune, um sie persönlich zu begrüßen und jedem als Willkommensgeschenk einen Bildband über Rödermark zu überreichen. Wie in den vergangenen Jahren gab es auch wieder eine Live-Einbürgerung. Martina Beckmann vom Bürgerbüro hatte die Urkunde für Penelope Jane Klemen aus Groß-Britannien schon vorbereitet und stempelte sie dann vor Publikum offiziell ab. Die 75-Jährige kam in Glasgow zur Welt und ist mittlerweile in Urberach zuhause. Bevor ihr Bürgermeister Kern die Dokumente aushändigte, musste sie ein Bekenntnis ablegen: „Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“
Mit der Einbürgerungsfeier soll die Entscheidung für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung in angemessener Weise gewürdigt und die mit Rechten und Pflichten verbundene Aufnahme in die Wertegemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert werden. Dazu passte auch, dass alle Gäste und Teilnehmer zum Abschluss der Feierstunde die Nationalhymne sangen, begleitet von „Real Touch“.
„Eine Reise durch Rödermark, durch die Welt“
Im Rahmen der Einbürgerungsfeier kam es auch zu einer Filmpremiere: Unter dem Titel „Eine Reise durch Rödermark, durch die Welt“ hat Robert Kunz einen Film geschaffen, in dem er die ehrenamtlich Tätigen, engagierte Netzwerkpartner und Netzwerkpartnerinnen sowie städtische Anlaufstellen im Bereich der Integration vorstellt. Der Filmemacher hat in dem Projekt „Willkommen in Rödermark“ ehrenamtlich das ihm wichtige Thema „Integration und Frieden“ mit viel Engagement und Leidenschaft aufgegriffen und mit den Mitwirkenden einen wichtigen Beitrag für Zuwanderer wie auch für deutsche Rödermärker und Rödermärkerinnen geschaffen. Interessierte waren über Presse und persönliche Ansprache für einen Beitrag gewonnen worden und stellten ihre Tätigkeit und ihre Projekte lebendig vor.






