Frischzellenkur für einen Klassiker

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Johann-Strauss-Orchester Wiesbaden begeistert das Publikum in der Kulturhalle beim Neujahrskonzert 2024

Es ist eine schöne Tradition, ein lieb gewonnener Brauch… Oder ganz kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Es ist einfach Kult in der Kulturhalle! Die Rede ist vom Neujahrskonzert, das zum Januarprogramm auf Rödermarks großer Bühne zwingend und zwangsläufig dazugehört, geradeso wie Sekt, Glücksklee und Schornsteinfeger-Figürchen zu den Stunden, Tagen und Wochen nach Silvester.

In diesem Jahr gab es freilich eine große Unbekannte. Gespannt wurde beobachtet, wie das (Stamm-)Publikum auf die Ankündigung „Die Ungarn kommen nicht mehr“ reagieren würde. Das Johann-Strauss-Orchester Budapest, über viele Jahre hinweg Qualitätsgarant beim klassischen Auftakt mit Walzer-, Polka- und Operettenklängen, geht nicht mehr auf Tournee. Folglich musste nach gleichwertigem Ersatz Ausschau gehalten werden. Etwas Neues für das Altbewährte: Just dieser Spagat war zu meistern.

Gesucht, gefunden – und gefeiert von über 600 beeindruckten und spätestens nach drei Zugaben (inklusive Radetzky-Marsch) in Jubellaune befindlichen Gästen im vollbesetzten Saal: So lautete das Fazit, nachdem das Johann-Strauss-Orchester Wiesbaden erstmals in Rödermark aufgespielt hatte. Die Formation aus der hessischen Landeshauptstadt, die seit Anfang der 1980er Jahre auf solche Startschuss-Auftritte mit Wiener Flair spezialisiert ist, präsentierte sich mit einer erstklassigen Visitenkarte – und hat das Folgeengagement für 2025 mit den Programmplanern der Kulturhalle bereits fest vereinbart.

Leicht federnde Geigenbögen, harmonisch ausbalanciert mit den Bläsern und markant vorangetrieben vom Schlagwerk, wann immer Peter Zelienka am Dirigentenpult die Zügel lockerte und Forte einforderte… Mit dieser weichen Diktion, nie affektiert-überzogen, sondern stets wunderbar geerdet mit Wohlfühlklang, imponierten die Instrumentalisten von A wie „An der schönen blauen Donau“ bis hin zu Z wie „Zigeunerbaron“

Mit dessen Einzugsmarsch war der über zweistündige Streifzug durch die Welt des Musiktheaters großer Komponistennamen wie Strauss, Lehár und Kálmán eröffnet worden. Stimmkräftig und ausdrucksstark überzeugten auch die Beiträge der Solisten Manfred Fink (Tenor), Tatjana Charalgina (lyrischer Sopran) und Claudia Grundmann (Sopran). Arien und populäre Duette wie „Freunde, das Leben ist lebenswert" und „Lippen schweigen“ belohnten die Zuhörer mit viel Beifall.

Den Applaus und die kollektiven Lacher hatte schließlich auch Rainer Zagovec auf seiner Seite, ein ausgewiesener Kenner in Sachen Oper, Operette und Dreivierteltakt. Mit fachlichem Wissen und Witz führte der Senior anekdotenhaft durch das Programm, leitete über, lockerte auf, charmant plaudernd, kurzweilig statt langatmig.

„Es war ein toller, rundum gelungener Stapellauf für 2024 und all die vielen Dinge, die wir in diesem Jahr auf die Bühne der Kulturhalle bringen wollen. Ich freue mich sehr, dass der Wechsel vom ungarischen Orchester zur Formation aus Wiesbaden so hervorragend geklappt hat. Ganz viele positive Stimmen bekam ich nach dem Konzert zu hören – und so ist es naheliegend, dass wir im Hinblick auf 2025 gleich Nägel mit Köpfen gemacht haben“, erklärte Thomas Mörsdorf, der Leiter des städtischen Fachbereichs für Kultur, Heimat und Europa.

Klingt wie: Frischzellenkur für einen Klassiker. Und bedeutet schlussendlich: Traditionspflege, neu begründet. Ein weiteres Kapitel kann aufgeschlagen werden, doch bis zum Wiedersehen nach dem nächsten Jahreswechsel wird noch viel Wasser die Rodau hinunterfließen. Schon naheliegend ist freilich die nächste Veranstaltung des städtischen Kulturprogramms, eine Tribute-Show zu Ehren von Simon & Garfunkel, terminiert für Sonntag, 4. Februar, 19 Uhr.

Dann wird das Folk-Duo „Bookends“ (Dan Hayes, Pete Richards und Begleitband) den weltberühmten Evergreens huldigen. Vom „Sound of Silence“ über die legendäre „Bridge over Troubled Water“ bis hin zu „Mrs. Robinson“ und „The Boxer“ spannt sich der Bogen.

Nähere Infos zum Programm unter der Überschrift „Through the Years“ und zum Kartenvorverkauf gibt es im Internet auf der Seite www.kulturhalle-roedermark.de. Wer Tickets telefonisch ordern möchte, wählt die Rufnummer 06074 911-655.

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