Wirtschaft

BMWE: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im August 2026

Die wirtschaftliche Entwicklung erwies sich trotz der Belastungen aus dem Konflikt im Nahen Osten und den deutlich gestiegenen Energiepreisen zuletzt als recht robust. Im zweiten Quartal nahm das BIP preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Positive Wachstumsbeiträge gingen dabei vor allem vom Außenhandel aus, wobei insbesondere energieintensive Industrien von einer gestiegenen Auslandsnachfrage profitieren konnten. Die binnenwirtschaftliche Nachfrage blieb dagegen angesichts der Kaufkraftverluste und der hohen geopolitischen Unsicherheiten gedämpft. Ungeachtet einer fortgesetzten Aufhellung der Stimmungsindikatoren dürfte die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Quartal von den historischen Niedrigwasserständen auf zentralen deutschen Binnenschifffahrtsstraßen und den damit erhöhten Versorgungsengpässen in regionalen Industrien temporär belastet werden.

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe legte im Juni gegenüber dem Vormonat leicht um 0,2 Prozent zu. Im gesamten zweiten Quartal betrug der Zuwachs gegenüber dem Vorquartal 0,7 Prozent. Dabei profitierten die energieintensiven Industrien mit einem Produktionsanstieg von 2,5 Prozent im Quartalsvergleich von dem kräftigen Zuwachs der Auslandsumsätze. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im Juni ebenfalls deutlich um 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Ausschlaggebend war ein kräftiger Anstieg der Inlandsaufträge um 7,8 Prozent. Doch auch die Auslandsnachfrage zeigt sich ungeachtet geopolitischer Konflikte bemerkenswert robust. Wie schon in den Vormonaten wurde die Order durch überdurchschnittliche Großaufträge bestimmt.

Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (saisonbereinigt, ohne Kfz) sind im Juni um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Dabei verzeichneten sowohl der Handel mit Lebensmitteln als auch der mit Nicht-Lebensmitteln rückläufige Erlöse. Gegenüber dem Vorjahresmonat stagnierten die Einzelhandelsumsätze. Bei den PKW-Neuzulassungen durch Privatpersonen setzte sich der Aufwärtstrend der vorangegangenen Monate im Juli nicht fort. Sie sanken gegenüber dem Vormonat leicht um 0,3 Prozent. Im Vorjahres- und Dreimonatsvergleich ergab sich hingegen erneut ein deutliches Plus. Das Stimmungsbild hat sich am aktuellen Rand weiter stabilisiert, bleibt aber insgesamt gedämpft und fragil.

Die Inflation ist im Juli mit 2,8 Prozent wieder stärker als noch im Juni (2,3 Prozent) gestiegen. Dies ist vor allem auf das Auslaufen der Energiesteuersenkung auf Kraftstoffe Ende Juni zurückzuführen. Aber auch der temporär wieder aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten trieb die Energiepreise zwischenzeitlich nach oben.

Die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit ist im Juni um 23 Tausend Personen zurückgegangen, nachdem sie gemäß revidierter Daten im Vormonat um 27 Tausend Personen abgenommen hatte. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im Mai einen weiteren Rückgang um zwölftausend Personen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Arbeitslosen im Juli um sechstausend Personen zu. In Anbetracht des strukturellen und demografischen Wandels sowie der anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheit dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten kaum verbessern.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen befindet sich weiter auf hohem Niveau. Dem aktuellen IWH-Insolvenztrend zufolge wurden von August 2025 bis Juli 2026 18.478 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften gemeldet (Anstieg um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Zum ausführlichen Bericht des BMWE gelangen Sie hier.

Quelle: www.bundeswirtschaftsministerium.de