„Willkommen am GastroTisch“ hieß es bereits zum zwölften Mal. Gastronomen und Hoteliers trafen sich auf Einladung der Wirtschaftsförderung der Stadt Rödermark im Hotel Odenwaldblick auf der Bulau. Über aktuelle Entwicklungen in der Branche wurde informiert und diskutiert. Seit 2016 bietet das Format eine Plattform für Vernetzung und praxisnahen Dialog.
Neben etablierten Betrieben stellten sich auch zwei Neuzugänge vor: Clio Sterkel, die das Hotel Sterkel in Urberach übernommen hat, sowie Aarush Malhotra, dessen Familie sich seit Jahresbeginn im Hotel Lindenhof in Ober-Roden um das Wohlbefinden der Gäste kümmert. Dort wurde außerdem das indische Restaurant „Kohinoor Club“ neu eingerichtet und eröffnet. Erfreulich aus Sicht der GastroTisch-Teilnehmer: Es zeige sich, dass es trotz einzelner Schließungen weiterhin Bewegung und Investitionsbereitschaft im lokalen Gastgewerbe gebe.
Insgesamt zählt Rödermark derzeit 41 gastronomische Betriebe, verteilt auf die Stadtteile Ober-Roden (15), Urberach (20) sowie Messenhausen, Bulau und Waldacker (je 2).
Angelika Billing vom Apfelweinlokal „Ebbelsche“ berichtete von ihrer Teilnahme an der TV-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ mit dem bekannten Fernsehkoch Robin Pietsch. Der Auftritt, so die Wirtin, erwies sich insbesondere unter Marketing-Gesichtspunkten als großer Erfolg und führte zu erhöhter Bekanntheit sowie gesteigerter Nachfrage. Ein Beispiel dafür, wie mediale Präsenz gezielt zur Positionierung einer gastronomischen Einrichtung genutzt werden kann.
Angespannte Personalsituation
Für fachliche Erörterungen und Impulse sorgte Kerstin Junghans, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbandes DEHOGA Hessen. Sie äußerte sich auch zur weiterhin angespannten Personalsituation, insbesondere im Service- und Küchenbereich. Gleichzeitig, eine teilweise paradoxe und gegenläufige Entwicklung, wachse die Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe in größeren Städten – ein Hinweis auf strukturelle Herausforderungen im Arbeitsmarkt. Positiv, so der allgemeine Tenor, sei hingegen die steigende Zahl an Auszubildenden im Restaurantbereich.
Auch politische Themen standen im Fokus. Diskutiert wurde unter anderem über die mögliche Umstellung auf eine Wochenarbeitszeit, die den Hotels und Gaststätten mehr Flexibilität bieten könne. Mit Blick auf die Mehrwertsteuer betonte Junghans, dass Entlastungen infolge der abgesenkten Tarife häufig nicht an die Gäste weitergegeben werden könnten, da sie zur Stabilisierung der Betriebe angesichts steigender Kosten benötigt würden.
Kritisch positionierte sich die DEHOGA-Vertreterin zu den in einigen Kommunen kursierenden Überlegungen, einen Tourismusbeitrag oder eine sogenannte „Bettensteuer“ einzuführen. Selbige fließt direkt in den jeweiligen kommunalen Haushalt ein. Im Kontrast dazu geht es beim zweckgebundenen Tourismusbeitrag um Einnahmen, die gezielt in die touristische Infrastruktur vor Ort eingespeist werden.
Auch der Service-Aspekt spielte bei der Zusammenkunft im „Odenwaldblick“ eine wichtige Rolle. Aktuelle Unterstützungsangebote der DEHOGA kamen zur Sprache, sowohl Beratungsleistungen als auch eine neue App, die branchenspezifische Informationen gebündelt bereitstellt. Auch eine ausgestreckte Hand zur kommunalen Verwaltung durfte nicht fehlen. Kerstin Junghans und Michael Hagspiel von der DEHOGA im Kreis Offenbach zeigten sich dialogbereit für politische Mandatsträger, die sich rund um die besagten Steuerthemen und das Stichwort Branchenförderung näher informieren möchten.
„Informativ und bereichernd für alle Teilnehmer“: So klang das Fazit nach dem lebendigen Meinungsaustausch am GastroTisch. Der Leiter des städtischen Fachdienstes für Wirtschaftsförderung und Kommunikation, Till Andrießen, und seine Kollegen Alfons Hügemann und Beate Filbert, die das Netzwerktreffen direkt vor Ort begleiteten, dankten insbesondere Hans Gensert, der in seinem Traditionsbetrieb in der Rolle des Gastgebers für einen reibungslosen Ablauf sorgte.