Ehrenamt

Zehn Jahre Werkstatt-Café: „Heilung“ in sechs von zehn Fällen

Bürgermeister würdigte das ehrenamtliche Engagement – Projekt kombiniert technische und sozial-ökologische Aspekte

Bürgermeister Jörg Rotter (links) war zu Gast im Werkstatt-Café und hat das Team der Ehrenamtler geehrt. Fotos: Stadt Rödermark

Waltraud Krayer zählte zu den Impulsgeberinnen, die das Projekt in Rödermark vor zehn Jahren an den Start brachten.

Auch Kuchen und Kaffee, hier serviert von Ilona Beetz, zählen bei den monatlichen Zusammenkünften in der Halle Urberach zum Service.

Gute Laune beim Reparieren. Dieter Müller (links) fungiert als Projektverantwortlicher und freut sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern, dass das Werkstatt-Café in Rödermark seine Dienste nun schon seit zehn Jahren anbieten kann.

Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Von rund 2.000 zumeist elektrisch betriebenen Haushaltsgeräten, die seit dem Auftakt im Jahr 2016 mit der Hoffnung auf „Heilung“ ins Rödermärker Werkstatt-Café gebracht worden sind, konnten tatsächlich über 1.200 repariert und wieder flottgemacht werden. Das ergibt unterm Strich eine stolze Erfolgsquote von mehr als 60 Prozent für das beliebte Projekt, das beim Thema „Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung“ starke Akzente setzt.

Das Ehrenamtsbüro der Stadt koordiniert das Ganze. Handwerklich geschickte Männer und Frauen, die ihre Talente rund um die Bewirtung und Buchführung einfließen lassen, halten das Räderwerk mit ihrem freiwilligen, unentgeltlichen Einsatz konstant am Laufen. Am ersten Mittwoch eines jeden Monats werden diverse Räume in der Halle Urberach genutzt, um den Service frei nach dem Motto „von Bürgern für Bürger“ zu offerieren: kostenfrei, auf Spendenbasis, in der wärmeren Jahreszeit inklusive Fahrradwerkstatt.

Kurz und gut: Zu würdigen ist eine zehnjährige Wegstrecke, die schon viele glückliche Gesichter hervorgebracht hat, weil Kaffeemaschinen, Radios, Staubsauger, Lichterketten, Spieluhren und viele andere Dinge instandgesetzt werden konnten. Eben deshalb, zum Dankeschön sagen, ist Bürgermeister Jörg Rotter beim jüngsten Treffen des Werkstatt-Teams mit ratsuchenden Gästen dabei gewesen.

Hilfe im Verbund

Der Verwaltungschef überreichte Urkunden und Frühstücksbrettchen mit Rödermark-Schriftzug an die fleißigen Aktivposten. Er lobte deren Engagement für die besondere Form von Nachbarschaftshilfe im großen Verbund. Sie kam vermehrt in den 2010er Jahren in vielen deutschen Kommunen ins Rollen, fokussiert auf Schraubenzieher, Bohrmaschinen und Co. – aber freilich auch mit Kaffee und Kuchen. Denn zur technischen gesellt sich eine kommunikative, soziale Komponente, wenn am langen Handwerkstisch gegrübelt, gescherzt und gefachsimpelt wird.

In Rödermark hatten einst Elke Heidelbach, Waltraud Krayer und Elfi Pach den Anstoß für das Projekt geliefert. Ute Schmidt, die das Ehrenamtsbüro der Stadt leitet, zieht die organisatorischen Fäden im Hintergrund und hat auch stets ein waches Auge auf die Statistik, die von den Beteiligten akribisch geführt wird, um das Geleistete zu dokumentieren. So staunte der Gast aus dem Rathaus, als ihm die guten Zahlen und eine lange Liste präsentiert wurden. Eine Liste mit den Namen all jener Menschen, die sich eine Auszeichnung verdient haben.

Urkunden gab es für Waltraud Krayer, Georg Haake, René Raddé, Dieter Metz, Hans-Jörg Kunze, Jean-Louis Kruger, Rainer David, Dr. Bernward Bayer, Werner Schwarzkopf, Daniel Schawo, Ilona Beetz, Christa Bayer, Dieter Müller, Andreas Simon, Peter Weiske, Willi Zoll, Monika Müller, Bettina Brugger und Ute Weber.

 „Weiterhin gutes Gelingen!"

Das Fazit des Bürgermeisters: „Toller Einsatz von allen, die sich aktiv einbringen! Eine wertvolle Hilfestellung für viele Menschen, die bewährte Geräte nicht vorschnell ausrangieren möchten. Deshalb“, so Rotter, „wünsche ich weiterhin gutes Gelingen, noch lange über das Zehnjährige hinaus.“

Die nächsten Termine zum Vormerken: Am 2. September und 7. Oktober öffnet das Werkstatt-Café in der Halle Urberach wieder von 16 bis 19 Uhr seine Türen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es gilt die Devise: Einfach vorbeikommen (mit maximal zwei Geräten) und schauen, was die technisch begabten Helfer mit ihrem Einsatz bewirken können.