Straßenverkehr

Unpassierbare Park-Engstellen: Folgen im Notfall können dramatisch sein

Mülltonnen, die stehen bleiben, sind das kleinere Problem – Appell im Rahmen des Programms „Kompass“: Mehr Rücksicht nehmen

In jüngster Zeit häufen sich bei der städtischen Ordnungsbehörde und beim Fachdienst Abfall die Beschwerden über nicht abgefahrenen Müll. Behälter für den Restabfall bleiben stehen, Gelbe Säcke werden vom Entsorger nicht mitgenommen – und auch die Biotonne muss länger auf Leerung warten.

„Das Problem ist aber nicht auf die Unzuverlässigkeit der Entsorger zurückzuführen, sondern auf rechtswidrig parkende Autos am Straßenrand. Immer wieder kommt es zu Durchfahrtsproblemen aufgrund rücksichtsloser Verkehrsteilnehmer. Scheinbar ohne Interesse, was das Durchkommen anderer Fahrzeuglenker oder insbesondere der Entsorgungsfahrzeuge anbelangt, wird häufig in den Neben- und Seitenstraßen so geparkt, dass nicht mal ein größerer Pkw durchfahren kann. Meist sind es die Anwohner selbst, die darauf beharren, vor ihren Häusern zu parken, auch wenn die verbleibende Straßenbreite nicht ausreichend ist“: Mit diesem Tenor beschreiben die für den Bereich „Sicherheit und Ordnung“ zuständigen Bediensteten der Stadt den wachsenden Problemdruck.

Dass die Entsorger nicht passieren können und somit der Müll nicht geholt wird, ist sehr ärgerlich – aber in der Gesamtbetrachtung doch nur das kleinere Problem. Kommt es nämlich zu einem Notfall und die Rettungsfahrzeuge oder die Feuerwehr gelangen nicht schnell genug zur Einsatzstelle, so kann sich die Situation dramatisch zuspitzen. Denn bei solchen Szenarien zählt jede Minute. Ein Umweg über eine andere Straße… Oder erstmal den Halter des blockierenden Fahrzeugs ausfindig machen… Werden die Helfer dazu gezwungen, kann es bei vielen Einsätzen schon zu spät sein.

Pure Kulanz: Zweite Anfahrt

Bei den Abfall-Entsorgern geht es nicht um Minuten. Allerdings lassen die Abfuhrteams dann einfach den Müll stehen und kommen erst nach Wochen wieder. Es besteht für sie keinerlei Pflicht, Straßenzüge mehrfach anzufahren. Ein zweiter Anfahrtsversuch kurz nach dem Scheitern der Bemühungen: Dabei handelt es sich um pure Kulanz, aber eben nicht um etwas, was die betroffenen Anwohner einfordern könnten.

Die Ordnungsbehörde appelliert deshalb im Rahmen des Vorsorge- und Sicherheitsprogramms „Kompass“ noch einmal an alle Verkehrsteilnehmer, in verstärktem Maße auf ihr jeweils eigenes Auto und auf andere Fahrzeuge zu achten. „Mehr Rücksicht untereinander nehmen“: Das muss die Richtschnur sein.

Zur Erinnerung: Bei Nichteinhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstandes beim Parken drohen heftige Bußgelder. Sollte bei einem Rettungseinsatz ein Falschparker erwischt werden, kann dies sogar ein Strafverfahren wegen Behinderung zur Folge haben.

Die Aufforderung lautet kurz und knapp: „Parken Sie Ihr Fahrzeug immer so, dass eine Durchfahrtsbreite von mindestens 3,05 Metern bleibt. Denken Sie daran, sodass Lkw wie beispielsweise Feuerwehr- und Entsorgungsfahrzeuge überall problemlos durchfahren können.“

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