Das Gefühl von Einsamkeit kann sich in jeden Menschen einschleichen. Das Alter, die psychische Grundstimmung, die konkreten Lebensumstände… All diese Aspekte spielen eine Rolle, wenn es darum geht, der negativen Empfindung frei nach dem Motto „Mir fehlen Kontakte und Nähe“ nachzuspüren und Wege aus dem Krisenmodus zu finden.
Rödermark hat sich eingeklinkt in dieses Bemühen. Eine Aktionswoche gegen Einsamkeit, die kürzlich bundesweit aufgezogen wurde, bot dazu Gelegenheit. Wichtige Empfehlungen für Hilfe zur Selbsthilfe konnten vermittelt und Gespräche mit Menschen, die sich betroffen fühlen, geführt werden.
In der Stadtbücherei wurde der Fokus auf Sachbücher und Belletristik rund um Stichworte wie Alleinsein und Isolation gelenkt. Im SchillerHaus gab es digitale Einblicke in Problembeschreibungen und Versuche des Gegensteuerns, aber auch ganz konkrete, menschliche Angebote des Brückenschlags. Eingeladen wurde zum Essen in geselliger Gemeinschaft.
Zentrale Erkenntnisse
Quartiersmanager Stephan Reich, der im SchillerHaus gemeinsam mit seiner Kollegin Melanie Kreß die organisatorischen Regiefäden gezogen hat, konnte drei zentrale Erkenntnisse aus der Aktionswoche herausfiltern. Zum einen sei Einsamkeit ein sehr individuell ausgeprägtes Phänomen, für das es keine pauschalen, allgemeinverbindlichen Ansatzpunkte zur Lösung gebe.
Gleichwohl, so Reichs und Kreß‘ Schlussfolgerungen Nummer 2 und 3, bleibe festzuhalten: „In Rödermark gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten, die generationsübergreifend soziale Kontakte ermöglichen. Doch leider sind die Angebote manchmal nicht ausreichend bekannt oder werden von Menschen, die mit Einsamkeit zu kämpfen haben, nicht als potenzielle Lösungsmöglichkeiten empfunden.“
Dranbleiben am Thema, auch außerhalb spezieller Aktionstage und Info-Kampagnen, und noch mehr Aufmerksamkeit erzeugen für das bunt und stark geknüpfte Netz ganz unterschiedlicher Begegnungsformate zwischen Bulau und Breidert: Das sei die Devise auf mittlere und lange Sicht, bilanzieren Reich und Kreß.
Wer Einsamkeit als Belastung empfindet und Unterstützung benötigt, kann sich mit dem Fachdienst Soziale Stadt in Verbindung setzen, entweder telefonisch unter der Rufnummer 06074 911-357 oder per E-Mail an seniorenundsozialberatung@roedermark․de.