„Was lange währte, ist nun einfach wunderbar geworden!“ Mit diesem Ausspruch hatte Bürgermeister Jörg Rotter im September 2022 die restaurierte Pietà an der Ecke Darmstädter Straße/Kreuzgasse in Urberach ihrer Bestimmung übergeben. Jetzt kündigt sich die Einweihung eines weiteren Schmuckstücks dieser Art von Skulptur an: Am Montag, 8. Dezember, wird zu einem Festakt von 18 bis 18.20 Uhr an die Einmündung Frankfurter Straße/Mainzer Straße in Ober-Roden eingeladen.
Dort ist eine Zeremonie bei kurzzeitig abgesperrtem Verkehr mit Kirchenchor-Gesang, Ansprachen sowie Gebet und Segensformel vorgesehen. Pfarrer Klaus Gaebler und der Bürgermeister werden die in neuem Glanz erstrahlende Pietà enthüllen und den mit einem zufällig entdeckten Brunnen zusätzlich aufgewerteten Eckplatz einweihen.
Die Steinplastik zeigt die populäre Dreier-Kombination: Maria mit dem Leichnam von Jesus Christus, dargestellt unter einem Kreuz. Jahrzehntelang fristete das Kunstwerk an der Durchgangsstraße im Ober-Röder Zentrum ein Mauerblümchen-Dasein. Doch nun ist ein Hingucker der besonderen Art geschaffen worden. In der Werkstatt von Restaurator Richard Löbig in Münster bei Dieburg, wo schon das Urberacher Pendant seine Frischzellenkur erhalten hatte, kam eine kleine Besucher-Delegation aus Rödermark kürzlich in den Genuss einer Vorab-Ansicht. Das einhellige Fazit auch diesmal, analog zur Aktion vor drei Jahren: „Es ist wunderschön geworden.“
Das Gemeinschaftsprojekt, das die Stadt Rödermark und die Pfarrei St. Nazarius als Beitrag zur Sicherung des kulturhistorischen Erbes und zur Ortskern-Aufwertung auf den Weg gebracht haben, wird mit weiteren Elementen abgerundet. Abends kann die Pietà mit einem Bodenstrahler illuminiert werden. Das Ensemble ist denkmalgeschützt. Entsprechende Vorgaben der übergeordneten Behörden waren zu beachten.
Eine Infotafel klärt über die Entstehungsgeschichte, die Marienverehrung und die damit einhergehende Wallfahrtstradition auf. Zu lesen ist auf der Inschrift, dass die Skulptur der „Schmerzhaften Mutter Gottes“ im Jahr 1768 von einem unbekannten Steinmetz für die Ober-Röder Katholiken aus Sandstein erschaffen wurde. Orientiert an just diesem Vorbild entstand zwei Jahren später die Pietà in Urberach.
Fotos: Markante Gegenüberstellung von einst und jetzt. Die Pietà an der Ecke Frankfurter-/Mainzer Straße war in Ober-Roden über mehrere Jahrzehnte hinweg kein besonders markanter Blickfang. Doch das ändert sich nun alsbald. Pfarrer Klaus Gaebler (Foto) und andere Vorab-Betrachter zeigten sich in der Werkstatt von Restaurator Richard Löbig beeindruckt vom harmonischen Zusammenspiel von Form und Farbgebung. Auch die historische Aufnahme aus den Wirtschaftswunderjahren, die von Anwohner Marco Maxi zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die Skulptur. Sie wurde seinerzeit von einem Kiosk flankiert.