Wirtschaft

MKU-Chemie: Klartext beim Spatenstich

Erste Stadträtin lobt „ein starkes Stück Rödermark“ – Minister Pentz versichert: „Werden Fesseln lösen“

MKU-Geschäftsführer Ernstjürgen Klapp (v. l.), der Hessische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Manfred Pentz, der kaufmännische MKU-Leiter Thorsten Schrod und Erste Stadträtin Andrea Schülner, die die Investitionsbereitschaft des Unternehmens als „starkes Bekenntnis zum Standort Rödermark“ würdigte.

Erster Spatenstich für den Bau einer neuen Lagerhalle. Die MKU-Chemie-Gruppe zelebrierte das Auftaktritual im Beisein der beteiligten Planer und Baufirmen sowie mit Gästen aus Politik und Wirtschaft.

Wer sich im aktuell schwierigen volkswirtschaftlichen Fahrwasser nicht entmutigen lasse, sondern entschlossen den Bau einer neuen Lagerhalle in Angriff nehme: Der demonstriere Zuversicht und Selbstvertrauen. „Vertrauen in die eigene Kreativität, Vertrauen in den eigenen Erfindergeist. Dinge, die dieses Unternehmen seit fast 70 Jahren prägen. Die MKU-Chemie-Gruppe ist wirklich ein starkes Stück Rödermark“, betonte die Erste Stadträtin Andrea Schülner, als kürzlich im Gewerbegebiet Urberach zum Fototermin gebeten wurde.

Erster Spatenstich, offizieller Baustart: Getreu dieser Devise hatte das 1956 gegründete Unternehmen, das auf die Produktion hochwertiger Spezialschmierstoffe für verschiedene Industriebranchen spezialisiert ist, zur obligatorischen Auftaktzeremonie mit guten Wünschen und „fliegender Erde“ eingeladen. Zu den geladenen Gästen zählte auch Manfred Pentz, der Hessische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung.

Manfred Pentz, hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung nutzt Termin zu längeren Gespräch

Der Besucher aus Wiesbaden nutzte die Gelegenheit seiner Rödermark-Stippvisite zu einem längeren Gespräch mit der Geschäftsleitung. Überbordende bürokratische Vorgaben, starre Reglementierungen, Schwächung der Marktchancen durch eine Vielzahl von Knebel- und Bremsklotz-Mechanismen: All das waren Kritikpunkte aus Unternehmersicht, die MKU-Geschäftsführer Ernstjürgen Klapp offen ansprach.

Pentz hörte den Klartext und signalisierte Verständnis. Es sei selbstverständlich, dass die Landesregierung solche Stimmen sehr ernst nehme, gerade dann, wenn sie wie bei MKU in den Reihen familiengeführter und international erfolgreich agierender Unternehmen formuliert würden. „Wir wissen um die Sorgen. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass unsere wirtschaftlichen Säulen in Deutschland wettbewerbsfähiger werden müssen. Wir als Politik sind gefordert, wir müssen und werden an diversen Stellen Fesseln lösen“, versicherte der Minister.

Neue Lagerhalle schafft Puffer- und Reservekapazität für ein komplexer werdendes Lieferketten-System

Für die Stadtverwaltung wünschte Andrea Schülner der gesamten, rund 70 Köpfe zählenden Belegschaft eine gute, unfallfreie Bauphase. Thorsten Schrod, kaufmännischer Leiter und Personalchef bei MKU, bezifferte das Investitionsvolumen für die neue Lagerhalle, die an der Otto-Lilienthal-Straße neben dem Firmen-Stammsitz im Laufe eines Jahres errichtet und eingeweiht werden soll, auf rund drei Millionen Euro.

Die Notwendigkeit, sich räumlich vergrößern zu müssen, sei bei MKU bereits vor geraumer Zeit erkannt worden. Die Schaffung zusätzlicher Lagerflächen bezeichnete Schrod als zwingend erforderlich, um im komplexer gewordenen Lieferketten-System die nötigen Puffer- und Reservekapazitäten vorhalten zu können. MKU ist mit seiner Produktpalette auf internationale Märkte ausgerichtet. Niederlassungen unterhält das Unternehmen in Frankreich, Italien, Tschechien, der Schweiz und China.