Er hat Safarireisen in mehreren afrikanischen Ländern organisiert. Er weiß, worauf es bei der Planung von Flusskreuzfahrten ankommt. Er war federführend eingebunden in die Durchführung großer Kongress- und Musikveranstaltungen. Kurz und gut: Maximilian Dengler ist viel rumgekommen auf dem Globus und kennt die Gesetzmäßigkeiten der Eventbranche aus dem Effeff.
Doch jetzt hat seine berufliche Laufbahn plötzlich etwas ganz Bodenständiges vorzuweisen. Wenn man so will: Geerdet direkt vor der Haustür in seiner Wahlheimat Rödermark – das ist der 41-Jährige nunmehr. Im knapp einstündigen Interview verfestigt sich schnell der Eindruck: Dengler fühlt sich wohl an seinem neuen Ankerplatz.
Sein erstes Zwischenfazit nach sechs Wochen Einarbeitungszeit: „Es gibt hier bewährte Strukturen mit viel Potenzial. Da muss ich die Dinge nicht grundsätzlich anders erfinden. Aber einiges optimieren und zukunftsfest weiterentwickeln: Das ist selbstverständlich schon der Anspruch, der mich umtreibt. Mich und mein Team, sehr engagierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen. Wichtig für uns alle sind moderne, möglichst einfache Abläufe, eine gute Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen und ein serviceorientiertes Angebot für die Menschen vor Ort.“
Seit Anfang September ist Dengler für die Stadtverwaltung tätig. Als Leiter des Fachbereichs für Kultur und Sport hat er die Nachfolge des in den Ruhestand gewechselten Thomas Mörsdorf angetreten. Und wie kam es zu diesem markanten Jobwechsel? Lokal statt global, wenn man es so salopp sagen will – wie fühlt sich das an?
München, Deggendorf, Rödermark
Dengler lächelt und gibt Auskunft über seinen Werdegang. Er ist aufgewachsen in der Region rund um München, hat Tourismusmanagement in Deggendorf studiert und dann die besagten Erfahrungen auf internationaler Ebene gemacht. Ein neues Zuhause in Rödermark fand der Familienvater mit Frau und Kind vor nunmehr vier Jahren, zu jener Zeit mit dem Arbeitgeber in Frankfurt noch ein Stück weiter entfernt. „Da bin ich häufiger hier an der Kulturhalle vorbeispaziert und hab mir damals schon gedacht: Ein wirklich schönes Haus, ein attraktiver Ort der Begegnung.“
Der Rest ist Geschichte: Die Stellenausschreibung der Stadt, Denglers Bewerbung, der Zuschlag nach dem Vorstellungsgespräch… „Und jetzt freu‘ ich mich einfach, dass ich jeden Tag ganz tief ins Innenleben der Kulturhalle eintauchen kann, dass wir mit Schwung in die Spielzeit 2026/2027 gestartet sind – und ich bin gespannt auf alles, was in Kürze kommt.“
So klingt sein Tenor mit Blick auf allmählich näher rückende Klassiker wie die „Christmas Moments“ und das Neujahrskonzert, auf energiegeladene Tribute-Shows zu Ehren der Scorpions und der Rolling Stones sowie eine Vielzahl von Schauspiel-Terminen für Kinder und Erwachsene.
Wie gut der Programm-Fahrplan auf der mittlerweile 31 Jahre alten Bühne der Kulturhalle ausbalanciert ist, will Dengler in den kommenden Wochen und Monaten genau beobachten und bewerten. Klar ist für ihn: Ein effektiv ausgereizter Mainstream mit publikumsstarken Veranstaltungen soll und muss auch in Zukunft den finanziellen Spielraum für kulturelle Nischen erwirtschaften.
Um möglichst beides im Zeitalter der extrem angespannten Kommunalhaushalte unter einen Hut zu bringen, bedarf es seiner Meinung nach verstärkter Anstrengungen auf der Schiene von Werbung und Vermarktung. Auf den Social-Media-Kanälen aktiver werden, das Bemühen um Raum- und Saalvermietungen forcieren, insgesamt präsenter sein für neue, jüngere Zielgruppen, ohne freilich die etwas ältere Kernklientel zu vernachlässigen: All diese Punkte zählt Dengler auf.
„Auch neue, teilweise interaktivere Sachen“ seien bei den Veranstaltungsformaten denkbar. Lesungen mit prominenten Namen der schreibenden Zunft beispielsweise, gemeinsam organisiert mit dem Team der Stadtbücherei. Auf einem größeren Podium? Vom Rothaha-Saal in die Kulturhalle? „Wenn wir denn etwas Zugkräftiges zu präsentieren hätten: Warum nicht? Wir wollen mal schauen, was in diesem Bereich machbar ist“, betont Dengler.
„Die Vereinswelt: Ein Riesenschatz“
Von elementarer Bedeutung aus seiner Warte: „Die Vereinswelt in Rödermark ist so vital und vielschichtig – ein Riesenschatz. Deshalb wollen wir als kommunale Verwaltung auch künftig alles dafür tun, um tatkräftig zu unterstützen, sei es bei Veranstaltungen, beim Vernetzen oder beim Finden und Binden von Nachwuchskräften, die als Führungsfiguren nachrücken können.“
Dengler spürt: Geerdet, um im Vokabular des Einstiegs zu bleiben, ist er hier an seinem neuen Bestimmungsort zwar ganz bestimmt. Doch gleichwohl ist der Horizont nicht eng. Im Gegenteil: Vereine, soziales Miteinander, schöne Künste, Tradition… Dazu die passenden Räumlichkeiten: Kelterscheune, Halle Urberach, Töpfermuseum, Bücherturm, die Quartierstreffs, die Sportstätten und natürlich das Badehaus.
„All diese Einrichtungen leisten wichtige Beiträge zum gesellschaftlichen Leben in Rödermark. Mein und unser Ziel als Fachbereich ist es, die bestehenden Angebote zu erhalten, bedarfsgerecht fortzuschreiben und gemeinsam mit all unseren fleißigen Bediensteten zukunftsfähig aufzustellen“, skizziert Dengler seine Erwartungshaltung. Dann kehrt er gedanklich zurück in die Kulturhalle mit der kürzlich wiederbelebten Gastronomie und wiederholt das eingangs Gesagte. Plus Ergänzung: „Viel Potenzial – und da geht noch mehr.“