Sicherheit & Ordnung

Kurs bestimmt: Rödermark ist Vorreiter im Kreis mit KOMPASS Resilienz

Hessens Innenminister Roman Poseck überbrachte das Schild der Kampagne – Lob für großes Engagement vor Ort

Das Foto entstand bei der Übergabe des KOMPASS Resilienz-Schildes. Von links nach rechts: Der Leiter des Fachbereichs 3, Alexander Wahlich, der Hessische Innenminister Roman Poseck, die Erste Stadträtin Andrea Schülner, die Resilienzbeauftragte der Stadt, Tanja Braun, Bürgermeister Jörg Rotter und der stellvertretende Leiter des Fachbereichs 3, Christian Runkel. Fotos: Stadt Rödermark

Rödermark kann im Kreis Offenbach eine Vorreiterrolle vorweisen, wenn von Wachsamkeit und aktiver Präventionsarbeit auf dem weiten Feld der Kriminalitätsvorbeugung die Rede ist. Das unterstrich der Hessische Innenminister, Prof. Dr. Roman Poseck, kürzlich bei einem Besuch im Rathaus an der Dieburger Straße. Der prominente Gast aus Wiesbaden überreichte ein Schild, das deutlich macht: Die Stadt an der Rodauquelle ist die erste Kommune im Kreis, die sich in das Landesprogramm KOMPASS Resilienz eingeklinkt hat.

In Ergänzung zum bewährten KOMPASS-Maßnahmenbündel, das die Stadtverwaltung seit 2023 mit Siegel-Auszeichnung schultert, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zwischen Bulau und Breidert zu stärken, gibt es nunmehr eine darauf aufbauende Resilienz-Komponente. Widerstandsfähiger und wehrhafter werden, wenn es gilt, besonders wichtige und sensible Infrastruktur bestmöglich zu schützen, sei es gegen Sabotage-Akte und Hackerangriffe oder bei Krisenszenarien unter ökonomischen Vorzeichen: Darum geht es fortan ebenso wie um eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für das Themenfeld „vorbeugender Katastrophenschutz“.

Poseck lobte die Anstrengungen der Stadt als außergewöhnlich und mustergültig. Er dankte insbesondere den Zuständigen des Fachbereichs 3 (Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit und Ordnung), die das Aufgabenfeld federführend im Auge behalten. Fazit: Der Kurs ist klar bestimmt. Es gibt viel Engagement vor Ort, was vor Kurzem mit der Nachricht „Das Ordnungsamt informiert jetzt auch auf WhatsApp“ einmal mehr unterstrichen wurde.

Extrem angespannte Finanzlage

Bürgermeister Jörg Rotter und die als Dezernentin für den Bereich „Sicherheit und Ordnung“ verantwortliche Erste Stadträtin Andrea Schülner nutzten Posecks Besuch in Rödermark, um auf die extrem angespannte Situation der Kommunalfinanzen aufmerksam zu machen und Strukturreformen zugunsten der Städte und Gemeinden anzumahnen. Der Innenminister zeigte Verständnis für die Sorgen und Nöte der Akteure auf lokaler Ebene. Das Bemühen um Umschichtungen und Entlastungen sei nicht nur legitim, sondern politisch geboten.

Er wisse freilich auch, so Poseck, dass mit den verstärkten Anstrengungen rund um die Stichworte Katastrophenschutz und Krisenprävention abermals neue finanzielle Anforderungen verknüpft seien. Doch das Leben in tendenziell fragiler gewordenen Rahmenbedingungen erfordere eine teilweise neue Priorisierung gesellschaftlicher Aufgaben. Das Programm KOMPASS Resilienz trage dieser aktuellen Herausforderung Rechnung.

 

Im Wortlaut: Erklärung des Hessischen Innenministeriums

In Ergänzung zur Pressemitteilung der Stadt nachfolgend im Wortlaut: Eine Erklärung, die das Hessische Innenministerium mit Blick auf eine Info-Offensive unter der Überschrift „Resilienzwoche“ veröffentlicht hat.

Resilienzwoche: Innenminister Poseck begrüßt Rödermark als dritte KOMPASS Resilienz-Kommune

Innenminister Roman Poseck: „Unser Programm KOMPASS Resilienz verdeutlicht aktuell, wie bedeutsam die Zusammenarbeit von Land und Kommunen in den Bereichen Krisenprävention und Selbstschutz ist.“

Wiesbaden/Rödermark. Unter Federführung des Innenministeriums veranstaltet die Hessische Landesregierung ab dem 7. September eine Resilienzwoche. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sensibilisierung für Krisenprävention und eine angemessene persönliche Vorsorge. Eine Woche lang informiert das Innenministerium zu Themen wie dem Packen eines Notfallbeutels oder dem Anlegen eines sinnvollen Vorrats. Innenminister Roman Poseck besucht in diesem Rahmen unter anderem Schulen, Kommunen und Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur, um die Aufmerksamkeit für das Thema Resilienz zu erhöhen. Begleitet wird die Resilienzwoche von einer ressortübergreifenden Social-Media-Kampagne.

Im Rahmen der Themenwoche begrüßte Innenminister Roman Poseck heute die Stadt Rödermark offiziell als dritte Kommune im KOMPASS Resilienz-Programm. Zur Übergabe des KOMPASS Resilienz-Schildes an Bürgermeister Jörg Rotter lobte Innenminister Roman Poseck das große Engagement der Gemeinde: „Resilienz und Krisenprävention sind keine optionalen Kompetenzen mehr. In Zeiten akut bedrohter innerer und äußerer Sicherheit müssen auch die Kommunen Vorkehrungen treffen, um für den Ernstfall widerstandsfähiger zu werden. Rödermark geht diesen Weg und hat sich früh für die Teilnahme am Hessischen Landesprogramm KOMPASS Resilienz angemeldet. Heute freue ich mich, die Kommune offiziell im Programm zu begrüßen.

Schon vor dem Beitritt setzte die Stadtverwaltung erste Maßnahmen im Bereich des Katastrophenschutzes und der Präventionsarbeit um. Dazu zählt beispielsweise die Einrichtung von Katastrophenschutz-Leuchttürmen. Vorausschauend hat die Kommune zentrale Orte geschaffen, die im Ernstfall als erster Anlaufpunkt für die Bürger zur Verfügung stehen. Zudem wurde ein Krisenstab zur Koordinierung von Maßnahmen eingesetzt und eine Erhebung der Daten zur Infrastruktur durchgeführt.

Mit Beitritt in das KOMPASS Resilienz-Programm geht Rödermark nun den nächsten Schritt für ein Mehr an Selbstschutz. In einem ersten Schritt benannte die Kommunalverwaltung eine Resilienzbeauftragte, die zukünftig als zentrale Koordinatorin der Programm-Maßnahmen fungiert. Für die weiteren Schritte im Programm wurden vier zentrale Handlungsfelder für den Ausbau von Resilienz-Strukturen identifiziert. Geplant und zum Teil schon umgesetzt sind Maßnahmen wie regelmäßige Absprachen mit Krisenstäben und die Einrichtung technischer Infrastruktur für den Ernstfall. Aber auch der niedrigschwellige Kontakt und Austausch mit den Bürgern wird als wichtiges Mittel der Prävention eingesetzt.

Oberstes Gebot ist eine niedrigschwellige und bürgernahe Informationsarbeit. Dafür stattet Rödermark die IT-Infrastruktur laufend mit aktueller Technik aus, stellt Räumlichkeiten bereit und stimmt sich regelmäßig mit der Stabsstelle Bevölkerungsschutz beim Kreis Offenbach ab. Eine besonders bürgernahe Informationsarbeit leistet die Stadtverwaltung über einen eigens eingerichteten WhatsApp-Kanal für Resilienz- und Katastrophenschutzthemen.

Rödermark ist aktiv – nicht nur beim Katastrophenschutz. Zum Thema Resilienz gehört auch eine funktionierende und zuverlässige Sicherheitsarchitektur. Für ihre proaktive Zusammenarbeit mit der Landespolizei erhielt die Kommune bereits 2023 das KOMPASS-Sicherheitssiegel. Rödermark ist also in zweierlei Hinsicht gut aufgestellt. Präventive Sicherheitsarbeit trifft hier auf eine vorausschauende Entwicklung von Resilienz- und Selbstschutzkompetenzen. Es ist mir daher eine große Freude, heute auch noch das KOMPASS Resilienz-Schild übergeben zu dürfen.“

Bürgermeister Jörg Rotter und die Erste Stadträtin Andrea Schülner als zuständige Dezernentin für den Aufgabenbereich Sicherheit und Ordnung betonen unisono: „Seit vielen Jahren ist die Stadt Rödermark ein sehr aktiver Partner, wenn vom Sicherheits- und Präventionsprogramm KOMPASS die Rede ist. Deshalb betrachten wir den Einstieg in das ergänzende Aktionsfeld Resilienz als logisch und folgerichtig. Die Landespolizei und unsere Ordnungsbehörde ziehen in bewährter Manier an einem Strang. Die Handlungs- und Widerstandsfähigkeit in Krisenszenarien soll gestärkt werden. Dabei genießt der Schutz der Bevölkerung höchste Priorität. Dieser sinnvollen KOMPASS-Weiterentwicklung gilt unsere volle Unterstützung.“

HYBRIDE BEDROHUNGSLAGE ERFORDERT ERHÖHTE WACHSAMKEIT

Die Sicherheitslage ist angespannt. Vielfältige Herausforderungen von innen und außen können unsere Sicherheit gleichzeitig beeinträchtigen. Insbesondere seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist auch die Kritische Infrastruktur in Deutschland und Hessen stärker in den Fokus gerückt. Sabotage, Spionage und Cyberangriffe stellen eine zunehmende Bedrohung dar.

Gleichzeitig müssen sich Staat und Gesellschaft auf unterschiedliche Krisenszenarien vorbereiten. Dazu gehören Extremwetterereignisse wie Starkregen, Überflutungen, Hitzeperioden oder starker Schneefall ebenso wie langanhaltende Trockenheit und mögliche Einschränkungen der Wasserversorgung. Auch Epidemien, größere Brandereignisse und länger andauernde Stromausfälle können die Handlungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Die Stärkung von Resilienz und Krisenvorsorge ist daher wichtiger denn je.

Das KOMPASS Resilienz-Programm setzt genau hier an und stößt hessenweit auf großes Interesse. Mehr als 20 Kommunen in Hessen nehmen bereits am Programm der Landesregierung teil, das erst in diesem Frühjahr ins Leben gerufen wurde. Die große Resonanz unterstreicht die Bedeutung von Krisenprävention und kommunaler Widerstandsfähigkeit.

NIEDERSCHWELLIGE PROGRAMM-TEILNAHME – RESILIENZ-SIEGEL ALS AUSZEICHNUNG

KOMPASS Resilienz richtet sich an hessische Städte, Gemeinden und Landkreise, die ihre kommunale Resilienz weiterentwickeln möchten. Das Programm baut auf bestehenden Aufgaben der Kommunen im Katastrophen- und Zivilschutz auf und bietet einen zusätzlichen Rahmen, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen Krisen zu erhöhen.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Benennung einer oder eines Resilienzbeauftragten, die oder der in der Verwaltung die Maßnahmen vor Ort koordiniert und als Ansprechperson fungiert. Die Vernetzung aller relevanten kommunalen Stellen durch einen Resilienzrat bzw. ein kommunales Gremium für Resilienzthemen wird empfohlen, um das Querschnittsthema Resilienz effektiv anzugehen. Synergien mit ggf. bereits bestehenden Gremien vor Ort, wie einem Präventionsrat oder der KOMPASS-Sicherheitskonferenz, können genutzt werden.

Interessierte Kommunen können sich unter resilienz-siegel@innen.hessen.de um eine Programm-Teilnahme bewerben. Hat eine Kommune aus jedem KOMPASS Resilienz Handlungsfeld mindestens eine Maßnahme auf den Weg gebracht oder umgesetzt, kann sie die Checkliste samt einer kurzen formlosen Beschreibung jeder Maßnahme und der ausführlicheren Darstellung einer besonders erfolgreichen Maßnahme in der Geschäftsstelle KOMPASS Resilienz einreichen. Werden die Maßnahmen als geeignet bewertet, die Resilienz vor Ort nachhaltig zu erhöhen, wird die Kommune für ihr Engagement für ein krisenfestes Gemeinwesen mit dem Resilienz-Siegel ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Programm wie z. B. den Leitfaden und die Checkliste finden sich unter innen.hessen.de/sicherheit/kompass-resilienz.

Informationen rund um das KOMPASS Resilienz-Programm und die Themen Resilienz und Krisenvorsorge bietet auch der Resilienz-Newsletter unter feuerwehr.hessen.de/Resilienz-Newsletter.