Samstagabend im Dinjerhof in Ober-Roden, wieder mal Sonne satt, so wie gefühlt an fast jedem Tag in diesem denkwürdig warmen und staubtrockenen zweiten Drittel des Jahres 2026. Aber an schattigen Plätzchen und kühlen Getränken herrscht rund um die Bühne kein Mangel.
Spätestens als Klarinettist Thomas l’Etienne das Konzert eröffnet und die ersten Takte vorgibt, wunderbar harmonisch umgarnt von seinen Bandkollegen Lorenz Boesche (Piano), Franz Blumenthal (Kontrabass) und Torsten Zwingenberger (Schlagzeug), ist den 50 Zuhörern, die den Weg in die Pfarrgasse gefunden haben, eine Sache sonnen(!)klar: So herrlich entspannt und musikalisch hochwertig präsentiert er sich, der Rödermärker Kultursommer auf dem Pflaster der altehrwürdigen Hofreite.
Die „New Orleans Shakers“ spielen meisterhaft auf. Stücke aus dem goldenen Zeitalter des Jazz sind zu hören, gepaart mit karibisch-lateinamerikanisch gefärbten Passagen und Kompositionen. Alles dargeboten mit der Routine und dem Fingerspitzengefühl einer Formation, die auf lange Tradition (gegründet 1976 in Hamburg) und großes Renommee verweisen kann. Fazit: Wieder eine Perle der besonderen Art, die beim Kultursommer gefunkelt hat.
Zuschuss der Stadt
Mehrere Zuschussgeber machen es möglich. Vom Fördertopf „Kultursommer Südhessen“ wird die Veranstaltungsreihe ebenso unterstützt wie vom Kreis Offenbach und der Stadt Rödermark. Zahlreiche Kulturvereine, allen voran der Jazzclub, organisieren die Programmbeiträge in gut eingeübter Kooperation. Wilhelm Schöneberger und seine „Freunde im Dinjerhof“ agieren in der Gastgeberrolle. Sie haben die lauschige Kulisse und das Podium zu bieten, auf dem sich alles abspielt. Und jetzt, da gerade mal Halbzeit beim stolze dreieinhalb Monate währenden Festival-Zyklus angesagt ist, kann eine gute Zwischenbilanz gezogen werden – freilich mit einem kleinen Abstrich, was die besagte Sonne betrifft.
„Ja, es ist alles sehr schön angelaufen. Tolle Vorstellungen, viel Beifall… Aber manchmal, wenn das Thermometer allzu brutal nach oben geschossen ist, war der Zuspruch schon ein bisschen gedrosselt“, räumt Schöneberger freimütig ein. Gleichwohl ist die Vorfreude groß auf all das, was noch kommt im Rödermärker Reigen der sommerlichen Ausgehtipps.
„Young Lions" sind zu Gast
Wie wär’s am 2. August mit einem Abstecher zum Pianisten Chris Hopkins und seiner Formation „Young Lions“? „Einige der talentiertesten Musiker der neuen Generation“, was Deutschlands Jazzszene anbelangt, werden angekündigt.
Eine Woche später, am 9. August, gastiert der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein mit seinem diesjährigen Sommerfest im Dinjerhof. Live-Musik, Bewirtung, Spiele für Groß und Klein: Darauf dürfen sich die Besucher bei freiem Eintritt freuen. „Ein Hoch auf Hellas“ lautet das Motto. Kurzum: Ein gedanklicher Trip nach Griechenland liefert den Dreh- und Angelpunkt für einen ereignisreichen Tag unter blau-weißen Vorzeichen.
Weiter geht es am 16. August mit dem Programm „LokalHelden Live!“, präsentiert von Akteuren der örtlichen Musik- und Theaterszene. Sie folgen einer Einladung des Vereins der Rödermarkfreunde, ehe der Jazzclub und die Dinjerhof-Gemeinschaft im langgezogenen Schlussspurt nochmal richtig Gas geben. Bis zum Kultursommerfinale am 20. September werden die Wochenenden gekrönt mit Big-Band-Jazz und Swing in den unterschiedlichsten Facetten.
Wer sich einen Überblick im Detail verschaffen möchte, klickt auf die Internet-Seite www.dinjerhof.de. Dort gibt es auch alle Infos zum Stichwort „Vorverkauf und Kartenreservierung“.