Ehre, wem Ehre gebührt: Bürgermeister Jörg Rotter hat eine Urkunde an die Bildhauerin Renate Golla überreicht. Das Schriftstück besagt, dass die 90-Jährige die erste Trägerin der von der Stadt neu geschaffenen Graf-Reinhard-Medaille ist.
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung hatten kurz vor dem Jahreswechsel eigens einen zusätzlichen Passus in die kommunale Satzung zur Ehrung verdienter Persönlichkeiten eingefügt. Erinnert wird mit der Auszeichnung an den sozial engagierten Grafen Reinhard von Hanau-Lichtenberg (1494 bis 1537). Die neue Medaille muss noch frisch geprägt werden. Rotter überreichte deshalb ein provisorisches Schmuckstück mit Rödermark-Wappen, denn der besondere Anlass sollte unbedingt mit der wohlverdienten Würdigung in großer Runde kombiniert werden.
Musik und Bewirtung
Wenige Tage vor Silvester feierte Golla ihren runden Geburtstag im Dinjerhof in Ober-Roden. Hausherr Wilhelm Schöneberger, der rührige Freundeskreis der Kultur-Hofreite und die Stadtverwaltung hatten viele Kontaktfäden geknüpft. Einladungen wurden verschickt, und so konnte schlussendlich ein gelungenes Fest mit großer Gästeschar sowie Musik und Bewirtung im gemütlichen Scheunen-Ambiente zelebriert werden.
Just dort also, wo die in Frankfurt lebende Golla über viele Jahre hinweg ihrer kreativen Passion nachging. Im Atelier im Ober-Röder Ortskern entstanden viele ihrer markanten Kunstwerke für den öffentlichen Raum. Der vom Volksmund „Knochen“ genannte Brunnenstein auf dem Rathausplatz an der Dieburger Straße ist das wohl prominenteste Objekt, das die Frau mit dem Gespür für schöne Formensprache für die Stadt und deren Bewohner erschaffen hat.
Aber auch das Mahnmal für die vertriebenen Donauschwaben aus Tschonopl in der Nachbarschaft des TG-Sportplatzes sowie Gedenksteine auf den Friedhöfen und das Jubiläumswerk „1200 Jahre Ober-Roden“ an der Frankfurter Straße zählen zu den Hinguckern der besonderen Art, die mit den Initialen R.G. gekennzeichnet sind.
Rotter und seine Amtsvorgänger Roland Kern und Alfons Maurer, der die Laudatio hielt, waren sich beim Festakt für die Skulpturen-Expertin einig: Das, was Renate Golla als Bereicherung in die Rödermärker Infrastruktur eingebracht habe, verdiene Beifall auf breiter Front – und eben die neue Graf-Reinhard-Medaille als Zeichen für Anerkennung und Wertschätzung.