Kultur, Stadtleben

Kerbborsche und -meedsche sind sangesfreudig und textsicher

Dem Urberacher Volksfestklassiker vom 4. bis zum 7. September wird entgegengefiebert

Foto: Stadt Rödermark

Sangesfest und textsicher sollten sie sein, zumindest der eine oder die andere sollte auch die richtigen Töne treffen – das übten die Kerbborsche und Kerbmeedschen bei der traditionellen „Singstunn“ auf dem Reiterhof von Karlo Geis. Zur Zufriedenheit der Kerbkommission um Vereinschef Thomas Herrmann, wie allseits versichert wurde. Auch Bürgermeister Jörg Rotter und Erste Stadträtin Andrea Schülner nickten beifällig.

Der 189. Orwischer Kerb, der 43. „uff em Dalles“, steht nichts mehr im Wege. Am ersten September-Wochenende, genauer: von Freitag, dem 4., bis Montag, dem 7. September, werden die für manche wichtigsten Feiertage in Rödermarks westlichstem Stadtteil mit all ihren schönen Bräuchen und Ritualen, mit ihren Angeboten für Alt und Jung, mit jeder Menge Tradition, Spaß und Gemeinschaft zelebriert.

Brauchtumspflege

23 Kerbborsche mit Kerbvadder Viktor Gruhl an der Spitze und 8 Kerbmeedschen stehen während dieses verlängerten Wochenendes für das althergebrachte Brauchtum, sei es bei der Aufstellung des Kerbbaums, beim Stecken der Kerbsträuße oder beim Kerbspruch des Kerbvadders. Ihre Namen: Max Ahrens, Louis Bauer, Leandro Bernhardt, Colin Brandt, Gabriel Braun, Felix Breimer, Lukas Csontos, Nino Eschenauer, Philipp Fink, Timon Föckel, Paul Fordyce, Victor Gruhl, Lars Hellmann, Elias Hitzel, Sebastian Klappich, Max Mertink, Philip Mertink, Ben Rickert, Niklas Schnur, Leon Sulzmann, Julian Thomas, Yannick Wegehaupt, Dennis Zischka, Marilena Bauer, Annika Bittner, Jenny Breimer, Kim Ehrmann, Carolin Hellmann, Hanna Löhr, Emma Schlapp und Akira Wolf.

Mitglieder der Ortsvereine und der Kerbkommission sorgen dafür, dass sich die Hauptstraße Anfang September in eine Festmeile verwandelt, auf der man in Zelten und Gartenwirtschaften gemütlich beieinandersitzen kann. „Ihnen allen gilt ein ganz besonderer Dank“, sagten Bürgermeister Rotter und Erste Stadträtin Schülner nach der Singstunn unisono. „Wir sind stolz darauf, dass das Engagement der Bevölkerung so etwas möglich macht.“

Anlässlich der Kerb gibt es wieder einen tönernen Button. Er zeigt diesmal die beiden Pfarrer Klaus Gaebler und Dr. Jude Njoku vor dem Pfarrhaus. Erworben werden kann er bei den Mitgliedern der Kerbkommission und bei den teilnehmenden Vereinen. Der Erlös dient der Finanzierung der vielfältigen organisatorischen Aufgaben der Kommission. Verkauft wird er ab Freitag, wenn um 18 Uhr das viertägige Kerbgeschehen beginnt.

Bürgermeister beim Bieranstich 

Am Samstag setzt sich nach dem Kerbstraußstecken am Café Schließmann gegen 14.30 Uhr der Kerbumzug in Bewegung. Kerbborsche und Kerbmeedschen, Jubiläums-Kerbborsche und Kerbkommission ziehen unter musikalischer Begleitung der 06er über Töpferstraße, Traminer Straße, Robert-Bloch-Straße und Bahnhofstraße zum Dalles. Dort wird Kerbborsch „P…“ inthronisiert, die Böllerschützen der Schützengesellschaft schießen Salut, danach sticht Bürgermeister Rotter das Freibier-Fass an. Den Apfelwein-Anstich vollzieht Erste Stadträtin Andrea Schülner.

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit dem Kerbgottesdienst in der St.-Gallus-Kirche. Um 14.15 Uhr startet an der Ecke Konrad-Adenauer-Straße/Bachgasse ein zweiter Kerbumzug, der sich über die Festmeile zum Dalles bewegt, wo Kommissionsmitglied Werner Popp alle zum Kerbspruch-Zeremoniell begrüßt. Wenn der Kerbvadder seine Weisheiten verkündet hat, geht es zur „Kirche einmal anders!“ auf der Bühne der offenen Arbeit. Der Montag steht dann ab 11 Uhr wie immer im Zeichen des Kerbfrühschoppens, der sich wohl wieder bis in die Abendstunden hinzieht.