Fastnacht uff de Gass, fröhlich, bunt und ausgelassen: Diese Tradition beherrscht das Rödermärker Narrenvolk. Beleg dafür: Die auch in diesem Jahr sehr gut besuchten Klassiker auf dem Höhepunkt der Saison. Sowohl der Rathaussturm in Ober-Roden am Samstag als auch der Rosenmontagszug in Urberach boten Brauchtumspflege in farbenfroher und lautstarker Aufmachung. Dominik Rebel und Werner Popp, die gemeinsam mit den Jecken der örtlichen Vereinswelt federführend die Regiefäden zogen, durften nach dem finalen Helau zufrieden Bilanz ziehen.
Wichtig aus ihrer Sicht: Es gab kein Alarm-Szenario im Hinblick auf die verschärften Anforderungen in Sachen „öffentliche Sicherheit“. Die städtische Ordnungsbehörde, Polizei und Rettungsdienste leisteten gute, präventive Arbeit im Hintergrund. So konnten sich die Kostümierten aufs Feiern konzentrieren, unbeschwert singen, tanzen und auf Bonbonjagd gehen. Die großen Motto-Banner an den Rathäusern waren ein unübersehbares Signal für friedliches Miteinander: „Respekt! Wir steh’n all zusamme.“
Einer hatte freilich einen schweren Stand: Bürgermeister Jörg Rotter. Sein Schicksal: Abgeführt in Ketten, zur Kapitulation gezwungen von der närrischen Übermacht, die mit rund 1.000 Zugteilnehmern und einer Vielzahl von Gleichgesinnten den Rathausplatz an der Dieburger Straße geflutet und dort ihr saisonales Recht („Die Kass geb her, die Tür mach uff!“) unmissverständlich eingefordert hatte. Rotter machte gute Miene zum Ritual, erschien alsbald auf der Bühne vor seiner gestürmten Verwaltungshochburg… Und der Rest war kollektiver Frohsinn, sehr zur Freude von Maximilian I. und Laura I., dem TG-Prinzenpaar der Kampagne 25/26.
Gute-Laune-Botschafter
Zwei Tage später waren die Konfetti-Regenten und ihre potenziellen Nachfolger von übermorgen, Kinderprinz Jonah I. und seine junge Adelsdame Lou I., beim Rosenmontagszug auf der anderen Seite des Rödermarkrings erneut als Gute-Laune-Botschafter gefragt, frei nach dem Motto „Narren im Nonstop-Modus“. Sie erlebten einen Korso in stattlicher Dimension: 45 Zugnummern mit knapp 1.500 Beteiligten rollten und marschierten über die Straßen und Gassen im Orwischer Ortskern. Mit von der Partie waren auch dort zahlreiche Kita-Gruppen, phantasievoll gekleidet, geschminkt und gekrönt von einem knuffig-kompakten Raketenmobil, das vom Kinderhaus „Unter dem Regenbogen“ gesteuert wurde.
Geballte Rödermärker Fastnachtskraft, die gemeinsam mit Tanzgarden, Elferräten und närrischem Fußvolk aus den Nachbarkommunen einen schönen Hingucker auf den Asphalt zauberte: Just dieses Szenario bekamen auf dem Rathausbalkon in der Moderatorenrolle auch Chef-Koordinator Popp und die Erste Stadträtin Andrea Schülner zu sehen. Dass das Wetter das Etikett „winterlich-bescheiden“ verdiente, störte letztendlich niemanden. Echte Narrensonne scheint bekanntlich im Herzen. Mit dieser Erkenntnis wurde dem Ende der tollen Tage entgegengeschunkelt.