Soziales, Stadtleben, Wirtschaft

„Hendriks Hessentour“: Zu Gast bei Gründern

Jungjournalist bereist alle 421 Kommunen des Bundeslandes – Sein Schwerpunktthema in Rödermark: (Re-)Start-Up-Impulse

Der Hessenhopper war zu Gast in Rödermark, hier im Fitnessstudio GuFiE in Ober-Roden. Von links nach rechts: Inhaberin Julia Akinwale, Hendrik Heim sowie die beiden Wirtschaftsförderer Till Andrießen und Alfons Hügemann. Fotos: Stadt Rödermark

Tolle Idee mit starker, engagierter Umsetzung: Der Jungjournalist Hendrik Heim tourt ein Jahr lang durch Hessen und hat dabei den Schlüsselbegriff „Zuversicht“ vor Augen. Der 19-Jährige schaut sich an, was die lokale Ebene unter eben diesem Aspekt zu bieten hat: engagierte Menschen, richtungsweisende Projekte, gelebtes Miteinander. Alle 421 Städte und Gemeinden des Bundeslandes werden bis zum Sommer 2027 mit Kurzbesuchen beehrt. Zu den ersten 100 Kommunen, die Heim für den Auftakt ausgewählt hat, zählte dieser Tage Rödermark.

Dort wollte der reisende Reporter das Thema „Impulse für Gründer“ unter die Lupe nehmen. Seine Anfrage beim städtischen Fachdienst für Wirtschaftsförderung und Kommunikation ließ aufhorchen. „Eine wirklich schöne, spannende Geschichte. Dass sich ein junger Mensch einen derart ambitionierten Fahrplan über zwölf Monate hinweg gibt, alles selbst organisiert und darüber berichtet: Das verdient Unterstützung“, befand Fachdienstleiter Till Andrießen nach dem ersten Kontakt.

Gesagt, getan: In der Stadt an der Rodauquelle konnte Heim in zwei etablierte (Re-)Start-Up-Unternehmen reinschnuppern, nachdem Andrießen und sein Team mit Gründungsspezialist und -berater Alfons Hügemann entsprechende Termine und Ansprechpartner vermittelt hatten. Im GuFiE in Ober-Roden blickte Inhaberin Julia Akinwale zurück auf die gute Entwicklung, die das Fitnessstudio nach dem Gewinn des Hessischen Gründerpreises im Jahr 2018 genommen hat. Auch der Corona-Flaute wurde mit Erfolg getrotzt. „Bei uns stimmt die Resonanz. Alles ist sehr familiär geprägt. Das passt hier zum Ort“, verdeutlichte Akinwale ihrem wissensdurstigen Gast.

Station im Hotel Sterkel

Der konnte seinen Bedarf an Informationen und persönlichen Eindrücken kurze Zeit später auch in Urberach stillen. Rede und Antwort stand ihm Clio Sterkel, die Chefin des Hotels an der Darmstädter Straße.  Geplaudert wurde über Gästebetten, Bewirtung und die Erwartungshaltung von (Geschäfts-)Reisenden.

Die junge Unternehmerin beantwortete auch Heims Fragen zu den persönlichen und fachlichen Herausforderungen einer Gründung. Sie bedankte sich bei der Wirtschaftsförderung für die praxisnahe Beratung und die gelungene Vernetzung mit anderen Hoteliers in Rödermark. Unlängst, beim GastroTisch der Wirtschaftsförderung im Lindenhof, hatte sie sich bei ihren Branchenkollegen vorgestellt.

Kurzum: Clio Sterkel gewährte interessante Einblicke im Gespräch mit Heim – und eine Übernachtungsmöglichkeit für den Hessen-Erkunder gab es obendrein.

Apropos „(Re-)Start-Up“: Auffällig ist das Anknüpfen an bewährte Familientraditionen sowohl im Hotelbetrieb als auch im GuFiE. Das Fitnessstudio entstand im Gebäude eines ehemaligen Möbelgeschäfts, nachdem dort im Dialog der Generationen über Nachfolgeoptionen beratschlagt wurde. All dies konnte Heim aufschnappen, notieren und sogleich in Video- und Zeilenform bringen.

Unterwegs mit einer „Ape“

Mit einer „Ape“, einem knallroten Mini-Dreirad-Transporter aus italienischer Produktion, ist der Mann mit dem ausgeprägten Medien-Faible bei seinen Entdeckungstouren zumeist unterwegs. Die Frankfurter Rundschau, Radio Frankfurt und die Hessische Landeszentrale für politische Bildung veröffentlichen seine Beiträge in loser Folge. Wer reinlesen, -hören und die dazugehörigen Fotos sehen möchte, findet Links auf der Internetseite hendrikheim.de.

Was ihn antreibt und bewegt bei seinen kurvenreichen Streifzügen zwischen Bad Karlshafen und Neckarsteinach, die durchaus als eine Art Brücke in den hauptberuflichen Journalismus zu betrachten sind? Die Antwort kommt prompt: „Ich dachte mir, in meinem jungen Alter kann man regelmäßig eine Prise Zuversicht gebrauchen. Es macht Spaß, Mutmacher zu treffen. Leute, die etwas anstoßen und in Bewegung halten. Und nirgendwo ist dieses Netzwerk dichter als in den Kommunen. Deshalb habe ich diesen Ansatz gewählt“, erläutert Heim.

So werden auf „Hendriks Hessentour“ fleißig Puzzleteile gesammelt und zusammengefügt. Rödermark konnte ein charmantes Mosaiksteinchen beisteuern. „Gut so – und weiter so! Noch viele Begegnungen, die positiv nachhallen. Das wünschen wir dir“, betonte Andrießen, als er den Kurzzeitgast verabschiedete. Dessen Kalender ist straff getaktet. Über 400 Stationen als Quellen der Inspiration: So viel Programm verlangt Disziplin und Ausdauer. Das heimische Idstein wird Hendrik Heim noch eine ganze Zeit lang eher selten zu sehen bekommen.