Kommunale Wärmeplanung

Für das Heizen der Zukunft: Vier Nachbarstädte planen im Konvoi

Info-Veranstaltung hat die Projektschritte skizziert – Verlässliche Orientierungshilfe soll ausgearbeitet werden

Beim Infoabend im Bürgerhaus Hausen waren Bürgermeister Jörg Rotter (hintere Reihe, Dritter von rechts) und Klimaschutzmanagerin Daniela Scheidle (vordere Reihe, Dritte von rechts) als Repräsentanten der Rödermärker Stadtverwaltung mit von der Partie. Foto: Stadt Obertshausen

Foto: Stadt Obertshausen

Gute Resonanz, reges Interesse… Kurzum: Ein Thema, das öffentliche Beachtung verdient hat. So lautete kürzlich das Fazit, nachdem eine Info-Veranstaltung im Bürgerhaus Hausen auf die Kommunale Wärmeplanung im Konvoi eingestimmt hatte. 135 Gäste direkt vor Ort und rund 100 weitere Interessierte, die sich per Online-Stream eingeklinkt hatten, verfolgten das 90-minütige Abendprogramm, das in einem lockeren Interviewformat aufgezogen wurde.

Mit von der Partie waren politische Repräsentanten just jener vier Kommunen, die sich zur Planung in enger Verzahnung zusammengeschlossen haben. Die Bürgermeister Manuel Friedrich (Obertshausen), Jörg Rotter (Rödermark) und Max Breitenbach (Rodgau) sowie der Erste Stadtrat Robert Ahrnt (Mühlheim/Main) sprachen einführende Worte. Anschließend eröffnete Moderatorin Milena Sigler die Frage-und-Antwort-Runde. Für das Büro Greenventory, das den Konvoi-Prozess betreut und unterstützt, brachten die Projektleiter Marc-André Triebel und Dr. Katharina Berg ihre fachliche Expertise in den Meinungsaustausch ein.

Zentrale Grundsatzfragen, die zur Erörterung anstehen: Wie lässt sich die Wärmeversorgung in den beteiligten Städten zukunftsfähig und effizient organisieren? Wie gelangen dabei regenerative Energiequellen unter dem Gesichtspunkt von Umweltschutz und Nachhaltigkeit verstärkt ins Blickfeld? Und was bedeutet das alles für einzelne Haushalte und das Verbraucherverhalten rund um das Stichwort „Heizen“?

Das kommunale Quartett will Synergien im gemeinsamen Planungsverbund nutzen, doch gleichwohl erhält am Ende jede Stadt ihren eigenen, individuell auf sie abgestimmten Wärmeplan.

Der aktuelle Sachstand wurde wie folgt skizziert: Im Fokus stand bislang die Sammlung einer Vielzahl von Daten im Hinblick auf die Versorgungsnetze. Dabei lieferten auch Schornsteinfeger-Protokolle wichtige Erkenntnisse. In einem zweiten Schritt wird derzeit eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse erstellt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse folgt im Laufe der nächsten Monate.

Finaler Handlungsleitfaden

In rund einem Jahr soll ein finaler Handlungsleitfaden in einer weiteren Bürger-Informationsveranstaltung vorgestellt werden. Außerdem erfolgt dann die offizielle Offenlage des Wärmeplan-Entwurfs. Erste vorläufige Ergebnisse zeigen, dass Gas in allen vier Konvoi-Kommunen der häufigste Energieträger ist.

Wichtig zu wissen für alle Haushalte, die über das Thema „Energieversorgung“ in mittel- und langfristiger Perspektive nachdenken: Der Wärmeplan für die jeweilige Stadt löst keine direkten Pflichten zum Heizungstausch aus. Er soll aber gleichwohl eine verlässliche Orientierungshilfe für etwaige Investitionsentscheidungen liefern, frei nach dem Motto: Welche Gegebenheiten und Optionen gibt es vor Ort?

Die Aufzeichnung der Info-Veranstaltung in Obertshausen kann weiterhin online auf YouTube aufgerufen werden. Umfassende Informationen zur Wärmeplanung in Rödermark werden auf der Homepage der Stadt (www.roedermark.de) aufgelistet. In der Rubrik „Bauen und Umwelt – Klima“ ist ein entsprechender Menüpunkt mit interessanten Details zu finden.