Kulturhalle

Frühling ist Kult: Mit Lust und Laune in die neue Spielzeit

Kein Zweifel: Tim Frühling zählt zu den prominenten Gesichtern des Hessischen Rundfunks. Viele Adjektive sind im Umlauf, wenn es gilt, den Radio- und Fernsehmann zu beschreiben. Charmant, wortgewandt, konziliant… Das mag alles stimmen, doch in Rödermark heißt es alljährlich schlicht und einfach: „Unser Kultmoderator kommt!“ Und die Betonung liegt wohlgemerkt auf „unser“, denn der 50-Jährige hat sich mit seiner Art der informativ-kurzweiligen Präsentation in die Herzen einer treuen Fangemeinde geplaudert.

Ausblick auf die neue Spielzeit

So tat er es kürzlich einmal mehr. Der Wetter- und Wortexperte gastierte bereits zum achten Mal in der Kulturhalle, um dort in bewährter Manier einen Ausblick auf die kommende Spielzeit zu geben. Diesmal nun also: Vorhang auf für all das, was die Saison 2025/2026 zwischen Ende Oktober und Mitte Mai zu bieten hat. Der Bogen spannt sich von glanzvoll aufgemachten Abenden im Zeichen von Oper und Operette über vielversprechende Tribute-Konzerte zu Ehren von Eric Clapton und Phil Collins bis hin zum Comedy-Format „Rödermärker Lachnacht“ und zu komödiantischen Ausflügen in die Welt des Schauspiels.

Dass das traditionsreiche Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauss-Orchester Wiesbaden bei alledem natürlich nicht fehlen darf, ebenso wenig wie eine opulent bebilderte Multivisionsschau unter dem Titel „Bretagne – Land im Meer“: Das unterstrich Frühling in seinem typischen Tonfall und Gestus, souverän und spielerisch-leicht zugleich, assistiert von Kulturhallen-Programmkoordinator Jörg Becker, der die Knöpfe drückte für zahlreiche Filmeinspielungen.

Auch Live-Kostproben auf der Bühne sorgten für Auflockerung. Mit von der Partie waren das wandelnde Musiktheater-Lexikon Rainer Zagovec, der Tenor Manfred Fink sowie der Schauspieler und Sänger Björn-Christian Kuhn, der am 28. Dezember 2025 als Teil eines Ensembles erneut im Rampenlicht von Rödermarks „gut Stubb“ stehen wird. Dann nämlich, wenn sich der Vorhang für die „Comedian Harmonists in Concert“ hebt, eine Revue, die die Lieder und die Geschichte der populären Vokalformation in den 1920er und 30er Jahren in Erinnerung ruft. Mit dem legendären „Kleinen grünen Kaktus“ und dem genre-verwandten, frech-frivolen „Carmen, hab Erbarmen“ aus der Feder von Max Raabe machte Kuhn Lust und Laune auf die Vorstellung kurz vor dem Jahreswechsel.

Frühling gastiert im November auch als Autor

Und was gab es sonst noch beim Streifzug durch den Terminkalender? Aufhorchen ließen interessante Querverweise, sei es auf die kleinen, feinen Klangperlen, die die Musikgemeinde Rödermark regelmäßig im Rothaha-Saal der Stadtbücherei funkeln lässt, oder auf ein Gastspiel von Tim Frühling abseits der bekannten Pfade. Sprich: Auch in seiner Funktion als Krimi-Autor beehrt der Tausendsassa die Stadt an der Rodauquelle. Frühlings Lesung – vorgestellt wird der Roman „Der Kommissar in Wanderschuhen“ – beginnt am 9. November um 11 Uhr im Gemeindezentrum St. Gallus in Urberach.

Hohe inhaltliche Messlatte

Doch zurück zur Kulturhalle: Die Erste Stadträtin Andrea Schülner lobte „die hohe inhaltliche Messlatte“, auf die bei der Programmgestaltung unter städtischer Regie stets geachtet werde. Zudem erinnerte sie an einen sinnbildlichen Spruch, der bei der Eröffnung des Hauses vor nunmehr 30 Jahren in aller Munde gewesen sei: „Kultur ist nicht die Petersilie, sondern die Butter auf dem Brot des Lebens.“

Kurzum: Es gab viel zum Aufschnappen, Staunen, Genießen und Nachdenken für die stolze Zahl von 620 Kulturfreunden, die den Weg zum Appetithäppchen-Klassiker in den Ober-Röder Ortskern gefunden hatten. „Womöglich wird Ihnen nach unserem Schnelldurchlauf ein bisschen der Kopf schwirren“, hatte der Gast aus dem Funkhaus eingangs prophezeit. So war es denn auch, doch auf angenehm-anregende Weise. Fazit: Der Kartenvorverkauf kann jetzt, nachdem für Orientierung gesorgt wurde, so richtig auf Touren kommen.

Programmheft der “kleinen Schwester der Frankfurter Festhalle” ab sofort erhältlich

„Machen Sie regen Gebrauch von den Angeboten, die Sie hier bekommen. Die kleine Schwester der Frankfurter Festhalle hat es verdient“, meinte Frühling augenzwinkernd – und ganz ohne Flunkerei fügte er hinzu: „Glauben Sie mir, ich hab‘ da einen gewissen Überblick. Es ist wirklich großartig, was eine mittelgroße Stadt wie Rödermark mit ihrem Kulturfahrplan Jahr für Jahr auf die Beine stellt.“

Druckfrisch erhältlich ist das Programmheft mit der Kennziffer 25/26 in den Rathäusern in Urberach und Ober-Roden sowie in anderen städtischen Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr. Wer sich Plätze sichern möchte, wählt die Rufnummer 06074 911-655 oder informiert sich im Internet: www.kulturhalle-roedermark.de.