Sicherheit & Ordnung

E-Scooter-Kontrolle: Zwei „Frisierte“ im Netz der Polizei

Ordnungshüter pochen auf das Einhalten von Regeln – Angekündigt werden weitere Termine mit Stichproben-Charakter

Aus dem Verkehr gezogen: Ein E-Scooter und ein Mini-E-Bike entpuppten sich beim Kontrolltermin an der Kapellenstraße als illegal auf zu viel Tempo getrimmt. Die Erste Stadträtin Andrea Schülner, Fachbereichsleiter Alexander Wahlich (Zweiter von links) und dessen Kollegen aus dem Bereich „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ sprachen von einer guten, zielgerichteten Aktion. Weitere derartige Checks an anderen Stellen im Stadtgebiet werden folgen. Fotos: Stadt Rödermark

Wer sich für das Dahingleiten mit einem E-Scooter interessiert, sollte die Regeln kennen. Eine Versicherungsplakette muss am Roller angebracht sein, ebenso Beleuchtung vorne und hinten. Mindestens 14 Jahre alt muss die Person an der Lenkstange sein, mehr als 20 km/h sind als Fahrgeschwindigkeit nicht erlaubt. Eine Tandem-Nutzung, also hintereinander stehend, ist untersagt. Außerdem gilt eine Null-Promille-Grenze für unter 21-Jährige.

Ergo: Viele Vorgaben und Einschränkungen, von der eifrig diskutierten, aber bislang noch nicht umgesetzten Helmpflicht mal abgesehen. Doch jeder, der als aktiver Nutzer oder passiver Beobachter im Straßenverkehr unterwegs ist, weiß um die große Kluft, die zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft. Oft mutieren Regeln zu Schall und Rauch. Es wird zu schnell und risikoreich gefahren. Insbesondere auf Gehwegen, die für E-Scooter laut Vorschrift tabu sind, kommt es immer wieder zu Zusammenstößen. Generell lässt sich beobachten: Bei E-Scooter-Unfällen sind komplizierte Brüche und schwere Kopfverletzungen keine Seltenheit.

Grund genug also, verstärkt Disziplin anzumahnen. Auch in Rödermark, wo die städtische Ordnungsbehörde in Zusammenarbeit mit der Polizeistation Dietzenbach kürzlich einen E-Scooter-Check vor der Nell-Breuning-Schule durchgeführt hat. An der Kapellenstraße wurden Jugendliche auf dem Weg zur ersten Unterrichtsstunde stichprobenartig kontrolliert. Ausweise und Roller mussten gleichermaßen vorgezeigt werden. Hinterrad anheben, auf volles Tempo drehen und messen: Auch die Frage „Getunt oder nicht?“ rückte in den Fokus.

Anhörung und Anzeige

Das Ergebnis der Überprüfung: In der Regel war mit einem freundlichen „Okay und bitte auch künftig an die Vorschriften halten“ nach zwei, drei Minuten alles erledigt. In zwei Fällen wurden jedoch technisch aufgerüstete und auf zu viel Tempo getrimmte Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Für die betroffenen Halter bedeutet das: Die „Frisierten“ sind erstmal weg. Sie werden bis auf Weiteres in einem für derlei „Funde“ zuständigen Lager der Polizei geparkt. Verfahren mit Anhörung und Anzeige folgen.

Alexander Wahlich, der Leiter des Fachbereichs für Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Aktion. Auch Stichworte wie Verkehrssicherheit und „kein wildes Abstellen am Friedhofsvorplatz“ rückten ins Blickfeld. Wahlich kündigte weitere derartige Kontrollen an. Einig war er sich mit seinem Stellvertreter Christian Runkel, dem „Schutzmann vor Ort“, Shkelqim Maloku, und der Ersten Stadträtin Andrea Schülner als zuständiger Dezernentin in der grundsätzlichen Beurteilung. Es bedürfe immer wieder solcher Präsenztermine, um Flagge im öffentlichen Raum zu zeigen und das Signal „Verstöße bleiben nicht ungeahndet“ deutlich zu unterstreichen.

Sei es im Umfeld von Schulen, Schnellimbiss-Lokalen oder Freizeiteinrichtungen wie dem Skatepark neben dem Badehaus: An potenziellen Kontrollpunkten, so Wahlich, herrsche kein Mangel.