Das Kerbwochenende kann kommen

Auf dem Orwischer Dalles wurde der Kerbbaum kerzengerade in die Höhe gestemmt

Das Kerbwochenende kann kommen: Der Kerbbaum steht. Am Dienstagabend – genau während einer halbstündigen Lücke zwischen zwei Linienbussen, die regelmäßig durch die Bahnhofstraße am Dalles vorbeifahren – schaffte es eine große Gruppe, den inzwischen zweigeteilten Kerbbaum kerzengerade vor der Pfarrkirche St. Gallus in die Höhe zu stemmen.

Zweigeteilt, weil mittlerweile aus Nachhaltigkeitsgründen ein mächtiger wiederverwertbarer Stamm mit einer Metallhülse mit einem frisch geschlagenen Bäumchen zusammengesetzt und gesichert wird. Bei diesem von allen Fenstern der Nachbarschaft aus gespannt beobachteten Zeremoniell halfen unzählige Urberacher mit: neben den aktuellen Kerbburschen und -mädchen und der Kerbkommission vor allem Vereinsmitglieder, die Urberacher Feuerwehr und freilich Landwirt Carlo Geis, der mit seiner jahrzehntelangen Kerbbaum-Erfahrung das schwergewichtige Kernstück der Orwischer Kerb kraftvoll und sanft zugleich um die Ecken rangierte und schließlich in luftige Höhe hochdrückte. Reichlich Beifall gab’s von zahlreichen Zuschauern rund um den Dalles, die sich nun auf die Kerberöffnung am Freitagabend freuen können.

Das viertägige Kerbgeschehen beginnt am morgigen Freitag ab 19 Uhr. Am Samstag setzt sich nach dem Kerbstraußstecken am Café Schließmann gegen 14.30 Uhr ein kleiner Kerbumzug in Bewegung. Kerbborsche und Kerbmeedschen, Jubiläums-Kerbborsche und Kerbkommission ziehen unter musikalischer Begleitung der 06er über Töpferstraße, Traminer Straße, Robert-Bloch-Straße und Bahnhofstraße zum Dalles. Dort wird Kerbborsch „O…“ inthronisiert, die Böllerschützen der Schützengesellschaft schießen Salut, danach sticht Bürgermeister Rotter das Freibier-Fass an, den Apfelwein-Anstich vollzieht Erste Stadträtin Andrea Schülner. 

Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit dem Kerbgottesdienst in der St.-Gallus-Kirche. Um 14.15 Uhr startet an der Ecke Konrad-Adenauer-Straße/Bachgasse ein kleiner Kerbumzug, der sich über die Festmeile zum Dalles bewegt, wo Kommissionsmitglied Werner Popp alle zum Kerbspruch-Zeremoniell begrüßt. Wenn der Kerbvadder seine Weisheiten verkündet hat, geht es zur „Kirche einmal anders!“ auf der Bühne der offenen Arbeit. Der Montag steht dann wie immer im Zeichen des Kerbfrühschoppens, der sich auch bis in die Abendstunden hinziehen kann.