Institutionen und Soziales

Blaue Blüh-Offensive: Helfende Hand für Menschen mit Demenzerkrankung

Rödermark hat sich an kreisweit ausgerufener Aktion beteiligt – Das Stichwort „Vergissmeinnicht“ stand plakativ im Fokus

Gesponsert wurde die Pflanzaktion von der Asklepios Klinik Seli-genstadt, der Asklepios Psychiatrie Langen, dem Kreis Offenbach mit seinem Pflegestützpunkt sowie der Gärtnerei Löwer in Seligen-stadt. Dort entstand das Foto beim Abholen der für Rödermark be-stimmten Vergissmeinnicht. Mit von der Partie waren die Erste Stadträtin Andrea Schülner (Zweite von rechts), Barbara Kron von der Awo-Demenzgruppe „Leuchtturm“ (Zweite von links) sowie Ka-thrin Klaszyk-Sander (links) und Katharina Peifer vom Fachdienst Soziale Stadt. Foto: Stadt Rödermark

Kleine Kinderhände, großer Einsatz – auch die Eltern-Initiative „Stoppelhobser“ zählte zu den Unterstützern der Aktion. Bürger-meister Jörg Rotter war in der U3-Betreuungseinrichtung ein gern gesehener Gast und Helfer. Foto: Stadt Rödermark

Da blüht was… Der Kinderschutzbund war schon farblich ein idea-ler Kooperationspartner beim Pflanzen und Flagge zeigen für Men-schen mit Demenzerkrankung. Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Foto: Stadt Rödermark

Eine Offensive in Hellblau hat Rödermark zum diesjährigen Frühlingsauftakt erlebt, ein optisches Ausrufezeichen der besonderen Art. Vergissmeinnicht in großer Zahl kamen ins Erdreich rund um soziale Einrichtungen für Jung und Alt, verknüpft mit der zentralen Botschaft „Gemeinsam pflanzen, gemeinsam erinnern!“.

Denn just unter diesem Slogan hatte der Kreis Offenbach elf Kommunen zum Mitmachen animiert, um mit der Blühaktion an die Situation von zirka 6.000 Menschen mit Demenzerkrankung zu erinnern. Bei dieser Zahl handelt es sich um eine Schätzung. In etwa so viele Betroffene – knapp zwei Prozent der Gesamtbevölkerung – leben im Kreisgebiet zwischen Dreieich und Seligenstadt. Sie haben mit nachlassendem Erinnerungsvermögen und anderen, oftmals gravierenden Alltagsproblemen zu kämpfen.

Eine stattliche Zahl, rund 6.000 Menschen. Umsorgt werden sie von ihren Angehörigen, Freunden sowie professionellen Pflegediensten, die wertvolle und häufig sehr anstrengende Unterstützungsarbeit leisten. Welche Angebote der Hilfe und Vernetzung es jeweils vor Ort gibt: Darüber geben jetzt Infotafeln mit QR-Codes Auskunft, die zusammen mit über 1.000 Pflanzen in Kübel und auf Rasenflächen „wanderten“.

Viele fleißige Hände

Dafür sorgten auch in Rödermark viele fleißige Hände, koordiniert vom Fachdienst Soziale Stadt, der ein großes Spektrum von Beteiligten zusammengebracht hatte: Jugendzentrum, SchillerHaus, Bürgertreff Waldacker, Kinderschutzbund, Caritas und Arbeiterwohlfahrt, die Café Vergiss-Mein-Nicht-Gruppen aus dem Haus Morija und dem ArteCare Pflegestift, außerdem die Taubhaus-Kita, das AWO-Krippenhaus „Herzenskinder“ und die Eltern-Initiative „Stoppelhobser“. Bunter hätte die Vielfalt beim Werkeln mit Pflänzchen und Erde kaum sein können.

Beim Streifzug von Pflanzstation zu Pflanzstation war Bürgermeister Jörg Rotter mit von der Partie. Seine Einschätzung: „Es ist sehr gut, dass unsere Beteiligung an diesem kreisweiten Projekt dank all der engagierten Unterstützer zustande gekommen ist. Wir haben damit ein starkes Zeichen für Erinnerung, Würde und Solidarität gesetzt. Menschen mit Demenz sind Teil unserer Gesellschaft. Sie, ihre Bedürfnisse und den nötigen Beistand im familiären Umfeld müssen wir als gesellschaftliche Aufgabe begreifen und dies auch immer wieder öffentlich deutlich machen“, erklärte der Verwaltungschef nach dem Marathon unter zart sprießenden Vorzeichen.

Auch Kathrin Klaszyk-Sander, die Leiterin des Fachdienstes Soziale Stadt, freute sich über das blaue Mosaik, das in eindrucksvoller Bandbreite aufgefächert wurde. Ihr Hinweis: In Rödermark gibt es mehrere Angebote für demenzkranke Menschen und deren Helfer. Das städtische Ehrenamtsbüro kooperiert mit den besagten Pflege-Einrichtungen beim Thema „Café Vergiss-Mein-Nicht“. Außerdem zeigt sich die örtliche Arbeiterwohlfahrt mit ihrer Gruppe „Leuchtturm“, einem Betreuungsangebot für demenziell Erkrankte, und mit einem Gesprächskreis für pflegende Angehörige offen für Ratsuchende.

Wer beispielsweise rund um das Stichwort „Kurzzeitpflege“ etwas zu klären hat oder einen Impuls benötigt, kann bei der diesjährigen Rödermärker Seniorenmesse am Samstag, 13. Juni, in der Kulturhalle vorbeischauen oder jederzeit zum Telefon greifen. Im Team der Sozialen Stadt steht Simone Kraljevic-Beckert unter der Rufnummer 06074 911-353 als Ansprechpartnerin für Fragen zur allgemeinen Orientierung und zur Weitervermittlung zur Verfügung.