Wenn sich eine 15-köpfige Kinderschar am Samstagmorgen zum Rathausbesuch bei Bürgermeister Jörg Rotter ankündigt, um den Segen C+M+B („Christus mansionem benedicat/Christus segne dieses Haus“) für den Rahmen der Eingangstür zu spenden: Dann ist Sternsingerzeit in Rödermark.
Zur Auflage des Jahres 2026 empfing der Verwaltungschef die von Koordinatorin Jana Hitzel und einigen Eltern begleitete Gruppe der Dreikönigs-Botschafter. Die hatten alles dabei, was bei diesem Jahresauftaktritual dazugehört: Weihrauchduft, Gesang und die obligatorische Geldsammelbox, die natürlich auch von Rotter mit einer Spende bedacht wurde.
Unter dem Motto „Schule statt Fabrik“, waren Mädchen und Jungen mit farbenfrohen Gewändern in den zurückliegenden Tagen bundesweit unterwegs. Erinnert wurde an den sozialen Missstand der Kinderarbeit, die in zahlreichen Ländern der Erde den Nachwuchs vom Zweiklang „Bildung und Perspektive“ abhält und Zukunftschancen verbaut. Bangladesch diente als Beispiel und Mahnung zugleich. Der Kampf gegen Fremdbestimmung und Ausbeutung, so der Appell der von Tür zu Tür ziehenden Youngster, müsse als gesellschaftliche Aufgabe weltumspannend auf die Tagesordnung gesetzt werden, denn insbesondere die junge Generation zähle zu den Leidtragenden.
Kleines Alarmzeichen
Der Bürgermeister dankte für die Stippvisite und rief dazu auf, die Sternsinger-Tradition der katholischen Kirchengemeinden St. Nazarius und St. Gallus zu bewahren und zu pflegen. Ein kleines Alarmzeichen: In Ober-Roden, Waldacker und Messenhausen konnte die Segensaktion in diesem Jahr aufgrund von „Personalmangel“ nur in eingeschränkter Form mit einigen wenigen, zentral gelegenen Anlaufstationen durchgeführt werden. Jana Hitzel zeigte sich gleichwohl zuversichtlich, dass Anfang 2027 wieder der gewohnte Turnus „Von Haus zu Haus“ mit einer dann größeren Anzahl von Kindern zustande kommt.
Das trotz abgespeckter Aufmachung beachtliche Spendenergebnis in den drei Stadtteilen: 5.252 Euro landeten in den Sammelgefäßen.
In Urberach, inklusive Bulau, wurde mit 37 beteiligten Kindern, die mit 17 Betreuungskräften ausschwärmten, im bewährten Ritus bei „weit über 1.000 Haushalten“ Station gemacht. Diese stolze Zahl nennt Diakon Eberhard Utz, der die örtliche Aktion koordiniert hat. Das Fazit in finanzieller Hinsicht: 9.594 Euro wurden zusammengetragen. Für Rödermark in Gänze also unterm Strich knapp 15.000 Euro, die in karitative Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Kinder eingespeist werden.