Da sage noch einer, eine in Umfang und Aufmachung ein wenig abgespeckte Traditionsveranstaltung verliere ihren Charme. Von wegen: Die 18. Auflage des wumboR-Laufs, die am vorigen Sonntag erstmals mit Start und Ziel auf dem Germania-Sportgelände und mit einer neuen Streckenführung im Feld zwischen Ober-Roden und Waldacker aufwarten konnte, wurde gut angenommen und bewertet.
372 gemeldete Kinder und Jugendliche, die in den Schülerlauf-Kategorien eine Ein- oder Zwei-Kilometer-Runde drehten, sowie knapp 60 Laufbegeisterte beim Firmenlauf und 53 Teilnehmer beim Volkslauf über jeweils fünf Kilometer: Das ergab in der Addition ein kunterbuntes Starterfeld, das schlussendlich annähernd 1.000 Beine in Bewegung brachte.
Gute Verpflegung im gemütlichen Biergarten der diesjährigen Gastgeber, intensive Vorbereitung und Betreuung durch den Volleyball-Club Ober-Roden und den Skiclub Rodgau/Rödermark, entspannte Atmosphäre und viel Lob für die in den zurückliegenden Wochen ausgedeutete Laufstrecke im freien Feld, ohne Straßenquerungen und entsprechenden Absperrstress: All diese Aspekte fanden bei doch eher frischen Frühsommer-Temperaturen zusammen. Ein Schauer zog just in dem Moment, als das Hauptfeld unterwegs war, über den Rödermärker Norden hinweg – doch schon nach wenigen Minuten endete die Berieselung, gerade rechtzeitig vor dem Zieleinlauf.
Sieger Emil Heß: Flottes Tempo
Beim Volkslauf hatte Emil Heß (MTV Urberach) nach flottem Tempo und beachtlich kurzen 17:10 Minuten die Nase vorn. Die Siegerpokal-Wertung beim Firmenlauf, für den einmal mehr die städtische Wirtschaftsförderung die Regiefäden gezogen hatte, entschied das Team des Hotels Lindenhof zu seinen Gunsten. Zudem gab es Urkunden und Medaillen in Hülle und Fülle für den quirligen und begeisterungsfähigen Nachwuchs. Die begleitenden Eltern bildeten eine schöne Kulisse, sparten nicht mit Motivation, Anfeuerung, Lob oder auch Trost für den jeweiligen Sprössling – und so hatten sich am Ende beim Schlusswort von Chef-Koordinator Sascha Keller tatsächlich alle einen kräftigen Applaus verdient.
Die Stadt Rödermark, die den Klassiker mit Anschubhilfe der beteiligten Vereine und Schulen alljährlich einfädelt, darf in Anbetracht der aktuellen Misere rund um rote Zahlen eine gelungene Rettungsaktion für sich reklamieren, frei nach dem Motto: Grüner Bereich, zumindest jetzt, im laufenden Jahr.
Es bestätigte sich, was die Erste Stadträtin Andrea Schülner im Vorfeld des wumboR-Laufs 2026 betont hatte: „Mit der geänderten Wegeführung und einigen organisatorischen Abstrichen reduzieren wir den Aufwand ganz erheblich und treten kräftig auf die Kostenbremse. Dazu zwingt uns die angespannte Haushaltslage. Gleichwohl gelingt es uns, den Fortbestand der beliebten Veranstaltung zu sichern.“