Kommunale Finanzen in massiver Schieflage

Städte und Gemeinden machen auf Notlage aufmerksam

Dramatische Lage der Kommunalfinanzen

Bürgermeister Jörg Rotter hat die angespannte finanzielle Situation der Kommunen als „noch nie dagewesen dramatisch“ bezeichnet. Um die Haushalte zu stabilisieren, braucht es gemeinsame Anstrengungen von Bund, Ländern, Kommunen und Bürgern. Ohne tiefgreifende Strukturreformen ist keine nachhaltige Verbesserung möglich. Auch Rödermark arbeitet aktuell an einer mittel- und langfristigen Haushaltskonsolidierung.

Sparen in der Verwaltung und Maßnahmen zur Haushaltsstabilisierung

Ziel ist es, den Fehlbetrag deutlich zu senken und den Haushalt genehmigungsfähig zu machen. Die Verwaltung setzt auf Einsparungen bei Personal, Service und Investitionen. Für das laufende Jahr sind Kürzungen von etwa 3,8 Millionen Euro geplant. 

Des weiteren sollen die Hebesätze der Grundsteuer A (von 175 auf 900 Punkte) und der Grundsteuer B (von 990 auf 1.327 Punkte) erhöht werden. Dies soll jährlich rund 3,1 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen bringen.

Der Konsolidierungsprozess ist langfristig angelegt, mit dem Ziel, zu Mitte der 2030er Jahre wieder stabile Haushalte im „grünen Bereich“ zu erreichen.

Folgende Schaubilder verdeutlichen die extrem angespannte Finanzlage in unterschiedlichen Einnahme- und Ausgabebereichen:

Aktionstag „Kommunen am Limit“

Am 22. Juni 2026 macht ein bundesweiter Aktionstag auf die angespannte Finanzlage der Kommunen aufmerksam. Unter dem Motto „Kommunen am Limit“ beteiligt sich auch die Stadt Rödermark, um den Handlungsdruck sichtbar zu machen.

Die kommunalen Spitzenverbände betonen: Finanznot ist keine abstrakte Größe – sie betrifft konkret Kitas, Schulen, Kultur, Mobilität und soziale Angebote und damit den Alltag der Menschen.

Kommunen des Kreis Offenbach schlagen Alarm

In einem gemeinsamen Schreiben an den Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein sowie an die Bundesregierung fordern die Stadtvorsteher der 13 Kreiskommunen mehr Aufmerksamkeit für die Situation vor Ort und laden zum direkten Austausch in die Region ein.

Ihr Appell: Nur durch ausreichende und gerechte Finanzausstattung können Städte und Gemeinden ihre Aufgaben langfristig erfüllen – festgehalten in der „Seligenstädter Erklärung“.

In einem Video anlässlich des Aktionstags machen die Bürgermeister auf die Lage aufmerksam.

Aktionstag „Kommunen am Limit“

Am 22. Juni 2026 macht ein bundesweiter Aktionstag auf die angespannte Finanzlage der Kommunen aufmerksam. Unter dem Motto „Kommunen am Limit“ beteiligt sich auch die Stadt Rödermark, um den Handlungsdruck sichtbar zu machen.

Die kommunalen Spitzenverbände betonen: Finanznot ist keine abstrakte Größe – sie betrifft konkret Kitas, Schulen, Kultur, Mobilität und soziale Angebote und damit den Alltag der Menschen.

Kommunen des Kreises Offenbach schlagen Alarm

In einem gemeinsamen Schreiben an den Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein sowie an die Bundesregierung fordern die Bürgermeister der 13 Kreiskommunen mehr Aufmerksamkeit für die Situation vor Ort und laden zum direkten Austausch in die Region ein.

Ihr Appell: Nur durch ausreichende und gerechte Finanzausstattung können Städte und Gemeinden ihre Aufgaben langfristig erfüllen – festgehalten in der „Seligenstädter Erklärung“.

In einem Video anlässlich des Aktionstags schlagen die Bürgermeister Alarm

Die Seligenstädter Erklärung im Wortlaut

Die Städte und Gemeinden geraten zunehmend unter Druck. Ursache sind vor allem stetig wachsende Pflichtaufgaben, stark steigende Personal- und Sachkosten, einbrechende Steuereinnahmen sowie eine Dynamik bei den Sozialausgaben, die kommunale Haushalte vielerorts an ihre Belastungsgrenze bringen und nicht mehr genehmigungsfähig sind.

Bereits im Vorjahr wurde mit der ‚Mainhäuser Erklärung‘ auf die Situation aufmerksam gemacht. Diese hat zumindest beim Land Hessen in Teilen für Gehör gesorgt. Leider aber nur mit einem Einmaleffekt und ohne eine echte Perspektivlösung.

Bund und Land sind dringend gefordert, die finanzielle Ausstattung der Kommunen endlich nachhaltig zu verbessern. Ohne grundlegende Reformen drohen weitere erhebliche Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger durch steigende Steuern und Gebühren, Einschränkungen bei Investitionen sowie eine zunehmende Verschuldung der Städte und Gemeinden. Die Kommunalvertreter sehen sich dabei in ihrer Einschätzung durch die bundesweite Entwicklung bestätigt. Die kommunalen Haushaltsdefizite haben inzwischen Rekordhöhen erreicht.

Besonders die stark steigenden Sozialausgaben – etwa in den Bereichen Eingliederungshilfe und Hilfen zur Erziehung – führen vielerorts dazu, dass notwendige Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Klimaschutz und Daseinsvorsorge zunehmend verdrängt werden.

Mit Sorge verfolgen die Vertreter der Kreisversammlung auch, dass das Thema in Berlin bisher nicht mit Priorität auf der Tagesordnung steht. Zwar wird die schwierige Lage der Kommunen inzwischen parteiübergreifend anerkannt, konkrete strukturelle Verbesserungen oder verbindliche Zusagen bleiben bislang jedoch aus. Dialogprozesse sind wichtig, können die akuten finanziellen Herausforderungen vor Ort jedoch nicht kurzfristig lösen.

 Vor diesem Hintergrund formulieren die Unterzeichner der Seligenstädter Erklärung drei zentrale Forderungen:

Stärkung der kommunalen Einnahmen

Die kommunalen Anteile an der Einkommensteuer müssen um zehn Prozentpunkte erhöht werden. Bund und Länder sollen diesen Schritt jeweils hälftig tragen – ohne zusätzliche Belastungen der Bürgerinnen und Bürger. 

 

Sicherung des kommunalen Finanzausgleichs

Eine Schwächung oder Reduzierung des kommunalen Finanzausgleichs darf es nicht geben. Die Kommunen benötigen Planungssicherheit und eine verlässliche Finanzausstattung. 

 

Konsequente Umsetzung des Konnexitätsprinzips

Wer Aufgaben überträgt oder gesetzlich veranlasst, muss auch die entstehenden Kosten tragen. Dies gilt insbesondere für kostenintensive Bereiche wie Kinderbetreuung, Sozialleistungen und Eingliederungshilfe.

Die Bürgermeister und Hauptamtlichen fordern erneut eine stärkere Beteiligung von Bund und Ländern an den dynamisch wachsenden Soziallasten. Insbesondere die Diskussion über eine Veranlassungskonnexität und eine gerechte Verteilung sozialer Kosten muss nun zügig zu konkreten Ergebnissen führen. Hierzu zählt sicher auch, gegebenenfalls unbequeme Entscheidungen zu treffen und das Sozialsystem grundlegend zu reformieren.

Die Seligenstädter Erklärung macht deutlich: Städte und Gemeinden sind das Fundament staatlichen Handelns und der Ort, an dem politische Entscheidungen unmittelbar wirksam werden. Ohne eine faire und auskömmliche Finanzierung können die Kommunen ihre Aufgaben jedoch nicht (mehr) dauerhaft in der gewohnten Qualität erfüllen.

Mit ihrer Erklärung appellieren die Bürgermeister sowie Hauptamtlichen der Kreisversammlung Offenbach gemeinsam mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund an die Landes- und Bundespolitik, die kommunale Finanzkrise entschlossen anzugehen und tragfähige Lösungen nicht länger aufzuschieben. ‚Wir brauchen nicht nur Perspektiven für morgen, sondern tragfähige Antworten für die Haushalte von heute‘, sind sich alle Kämmerer und Bürgermeister einig.

Steffen Ball, Bürgermeister der Stadt Heusenstamm
Kreisvorsitzender im Hessischen Städte- und Gemeindebund, Landkreis Offenbach,
im Namen aller Bürgermeister des Kreises Offenbach

Video- und Pressebeiträge zum Aktionstag am 22. Juni

Videobeiträge zum Aktionstag

Video Player Rödermark Style
Presse-Berichterstattung zum Aktionstag
heute 17 Uhr – Beitrag (Start bei 4:02)
heute journal – 22. Juni 2026 (Start bei 7:50)

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