Zuwendung und Fürsorge für Familien mit schwerstkranken Kindern

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Bürgertreff Waldacker ist jetzt Stützpunkt für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser

Die Luftballons mit den guten Wünschen, die zum Abschluss ein buntes Zeichen setzen sollten, kamen ob der Kälte zwar nicht recht ins Fliegen, aber dennoch gab es für den Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser am vergangenen Mittwoch viel Auftrieb. An dem Tag, der deutschlandweit der Kinderhospizarbeit gewidmet ist, weihten Bürgermeister Jörg Rotter und Erste Stadträtin Andrea Schülner zusammen mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern des segensreichen Malteserangebots vor dem Bürgertreff Waldacker den neuen Stützpunkt des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes ein.

Im Bürgertreff werden die Malteser künftig Treffen für Familien mit schwerstkranken oder sterbenden Kindern organisieren, für eine wöchentliche Beratung zur Verfügung stehen oder auch Schulungen und Reflexionsabende für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchführen. Mit den Familien wird nach Möglichkeiten zur Unterstützung und Entlastung im Alltag gesucht. Bei Bedarf vermittelt der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst ergänzende Hilfen und Fachdienste. Sämtliche Angebote sind für die betroffenen Familien kostenfrei, unabhängig von Nationalität, Konfessions- und Religionszugehörigkeit.

Seit Anfang 2020 haben die Malteser diesen Dienst für Stadt und Kreis Offenbach aufgebaut. Dank einer Nachschulung für Hospizbegleiter aus den Reihen des Erwachsenen-Hospizdienstes konnte die Hilfsorganisation auch bislang schon Familien, in den schwerstkranke oder sterbende Kinder oder Jugendliche leben, beraten, unterstützen und begleiten. Der neue Standort erleichtert aber die Organisation dieses Angebots, das auch von der Stiftung „Miteinander Leben“ des Kreises Offenbach unterstützt wird. Die Stiftung gab dafür 30.000 Euro, der höchste Beitrag für ein Einzelprojekt bisher. Ihr Vorsitzender, Landrat Oliver Quilling, ließ über Bürgermeister Jörg Rotter Grüße und Glückwünsche übermitteln.

Bei minus zehn Grad begrüßte Claudia Bauer-Herzog, die Koordinatorin des Kinder- und Jugendhospizdienstes, die Gäste zu der kleinen Feierstunde im Freien – Corona ließ grüßen und schlottern. Ihr zur Seite standen Alexander Rudolph, Leiter des gesamten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes der Malteser, sowie Anja Bittner, Reinhold Richter und Karl Surges, die sich ehrenamtlich für die betroffenen Familien engagieren. Zwei bewegende Lieder von Gregor Meyle umrahmten die kurzen Ansprachen. Rudolph erinnerte daran, dass Kinder mit „lebenszeitverkürzenden“ Krankheiten meist im Unsichtbaren von ihren Familien betreut würden. Diese Familien bräuchten dringend Hilfe, müssten aber vor allem auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihnen diese Hilfe zustehe. „Diese Eltern haben ein Anrecht auf Unterstützung, das wissen sie meist nicht. Wir bieten keine Heilung, aber Zuwendung, Fürsorge und Betreuung – quasi als menschliche Medizin für Kinder und Eltern“, sagte Rudolph.

 „Ich freue mich außerordentlich, dass wir diese tolle Arbeit unterstützen dürfen. Wir stellen den Bürgertreff dafür natürlich gerne und kostenfrei zur Verfügung“, sagte Erste Stadträtin und Sozialdezernentin Schülner. Aus ihrer 40-jährigen beruflichen Erfahrung in der Arbeit mit Behinderten und Senioren wisse sie, „dass Familien in solch einer dramatischen Lebenssituation alle erdenklichen Hilfen brauchen“. Bürgermeister Jörg Rotter wünschte „gutes Gelingen und viel Kraft“. Tief bewegt dankte er den Maltesern für ihre Arbeit und versprach ihnen Unterstützung bei ihrer schwierigen Aufgabe: „Denn wer gesunde Kinder hat, kann sich glücklich schätzen!“ Es sei für ihn kein Thema gewesen, die Hebel in Bewegung zu setzen, als er im Spätsommer von Claudia Bauer-Herzog angerufen wurde. Er setzte sich mit Ute Schmidt, der Leiterin des städtischen Ehrenamtsbüros und des Bürgertreffs, die selbst als ehrenamtliche Hospizhelferin tätig ist, und Gregor Wade, dem Leiter des Fachbereichs „Kultur, Vereine, Ehrenamt“, zusammen. Gemeinsam wurde überlegt, wie man diesen wertvollen Dienst auch in Rödermark integrieren und unterstützen könnte. Die barrierefreien Räumlichkeiten im Bürgertreff Waldacker schienen allen Beteiligten sehr gut geeignet für die Pläne der Malteser.

Seit vielen Jahren sind die Malteser in der Erwachsenen-Hospizarbeit in Obertshausen, Heusenstamm, Dietzenbach und Neu-Isenburg tätig. In den übrigen Kommunen des Kreises organisieren andere Hilfsorganisationen diese Arbeit. In Rödermark betreut der Hospizdienst und Palliativberatungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Rodgau mit seinen ehrenamtlichen Helfern schwerstkranke Erwachsene und deren Angehörige. Den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst werden die Malteser für den gesamten Kreis und die Stadt Offenbach anbieten.

Die Malteser würden sich freuen, wenn sich auch Frauen und Männer aus Rödermark in der Kinderhospizarbeit engagieren würden. Ansprechpartnerin ist Claudia Bauer-Herzog. Kontakt: Hospiz.obertshausen@malteser.org, Tel. 06104 40679-0.

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