Parlament stellt Weichen für die kommenden fünf Jahre

Erstellt von Sven Sulzmann bleibt Stadtverordnetenvorsteher – Magistrat von acht auf neun ehrenamtliche Stadträte erhöht | |   Aktuelles

Mit einer Reihe von Personalwahlen hat die neue Rödermärker Stadtverordnetenversammlung während ihrer konstituierenden Sitzung die Weichen für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren gestellt. Stadtverordnetenvorsteher bleibt Sven Sulzmann (CDU), der ohne Gegenstimme als erster Bürger der Stadt bestätigt wurde.

Dem Magistrat werden künftig neun ehrenamtliche Stadträte angehören – bislang waren es acht. Grund: Alle Parteien sollen im Führungsgremium der Verwaltung nach ihrem Stärkeverhältnis bei der Wahl vertreten sein. Dazu musste die Hauptsatzung der Stadt geändert werden, was einstimmig so beschlossen wurde. Aufgrund der Satzungsänderung, die erst mit ihrer öffentlichen Bekanntmachung rechtswirksam wird,  hätten zur konstituierenden Sitzung jedoch nur acht Stadträte gewählt werden können. Um alle neun gemeinsam wählen und vereidigen zu können, wurde deren Wahl auf die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 8. Juni verschoben.

Sven Sulzmann zeigte sich „gerührt über dieses tolle Ergebnis“, das er als Verpflichtung begreife. Dem ganzen Haus wünschte er „eine glückliche Hand“ angesichts der „großen Aufgaben, die vor uns liegen“. Danach übernahm er die Leitung der Sitzung von Alterspräsidentin Brigitte Beldermann (AL/Die Grünen), die anschließend zu seiner ersten Stellvertreterin gewählt wurde. Die restlichen Fraktionen stellen ebenfalls je einen Stellvertreter.

In einer bemerkenswerten Rede hatte Beldermann die Abgeordneten aufgefordert, einander mit Freundlichkeit und Respekt zu begegnen. Beim Ringen um Lösungen für die anstehenden Aufgaben gelte es, keinen als Verlierer dastehen zu lassen. Auch wenn derzeit die Pandemie die „große Lehrmeisterin“ sei, könne man die neue Legislaturperiode mit Zuversicht angehen, die aus einem fairen Wahlkampf erwachse. Es gebe viel zu tun. Angesichts einer Vielzahl drängender gesellschaftlicher Probleme betonte Beldermann, dass es für deren Lösung keinen besseren Ort gebe, als die Kommunalpolitik – nach dem Motto „global denken, lokal handeln“. Im Einzelnen nannte sie den Klimaschutz, die Verbesserung umweltfreundlicher Mobilität, die Festigung einer Gesellschaft, die Minderheiten achte, die Stärkung der europäischen Idee, die in den Kommunen beginne. Die volle Unterstützung der Kommunalpolitik bräuchten die Kulturschaffenden, die existenziell bedroht seien. Und schließlich brauche eine liebenswerte Stadt Verantwortliche, die abwögen, wo etwa neue Gewerbegebiete gebraucht würden. Derjenige sei vernünftig, der mit den vorhandenen Möglichkeiten am nachhaltigsten wirtschafte.

In den Regionalverband Frankfurt entsandte das Parlament Bürgermeister Rotter, als dessen Stellvertreter den AL-Fraktionsvorsitzenden Stefan Gerl  und Erste Stadträtin Andrea Schülner. Im Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg werden Michael Gensert (CDU), Mona Reusch (CDU), Stefan Gerl (AL), Nina Daum (AL), Hidir Karademir (SPD) und Peter Schröder (Freie Wähler), die Interessen der Stadt vertreten. Stefan Gerl tut dies im Wasserverband Gersprenzgebiet. Vertreter der Stadt im Sparkassenzweckverband sind Herbert Schneider und Erste Stadträtin Schülner.

Eröffnet hatte die Sitzung gemäß der Hessischen Gemeindeordnung Bürgermeister Rotter. Mit dem Ergebnis der Kommunalwahl habe die Wählerschaft Aufträge erteilt und Hoffnungen damit verbunden, bewährte Dinge zu bewahren „und unsere Stadt auf einem gesunden Entwicklungspfad in die Zukunft zu führen“, begann der Bürgermeister seine kluge Begrüßungsansprache. Ob neu ins Parlament oder wieder gewählt – für alle sei die erste Sitzung ein Neuanfang, „der durchaus auch als eine Chance begriffen werden kann. Eine Chance, gemeinsam und parteiübergreifend zu denken und zu handeln und bei den entscheidenden Fragen die Vernunft zur Maxime zu machen“. Den Abgeordneten wünschte er, „dass Sie sich mit Sachverstand, Kreativität, Ideenreichtum und einer Portion Zuversicht zum Wohle unserer Stadt einsetzen und zu fruchtbaren Lösungen gelangen“. Der Bürgermeister dankte allen für ihre Bereitschaft, ehrenamtlich Verantwortung für das Gemeinwohl der Stadt zu übernehmen. Er freue sich auf eine gute Partnerschaft in den kommenden fünf Jahren.

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