Bürgerempfang im Zeichen von Europa

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Hessens Europaministerin Lucia Puttrich Gastrednerin in der Kulturhalle – Einbürgerungsfeier für 44 neue Deutsche aus 24 Ländern – Integrationspreis an das Netzwerk für Flüchtlinge

Im Zeichen von Europa stand der diesjährige Bürgerempfang im Großen Saal der Kulturhalle. Bürgermeister Roland Kern freute sich, zu diesem Anlass die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, als Gastrednerin begrüßen zu dürfen. Bestandteil des Bürgerempfangs war erstmals die seit dem Jahre 2006 durchgeführte Einbürgerungsfeier. Außerdem stand die Verleihung des Integrationsförderpreises der Stadt Rödermark auf dem Programm. Musikalisch umrahmt wurde die gut besuchte Veranstaltung vom Musikverein 03 Ober-Roden und der Europa-Songgruppe der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule.

Ministerin Puttrich bekannte sich - wie schon in einer Regierungserklärung wenige Tage zuvor (https://staatskanzlei.hessen.de/sites/default/files/media/staatskanzlei/regierungserklaerung_puttrich_22-05-2018.pdf) klar und deutlich zur Europäischen Union als einer Wertegemeinschaft: „Es sind unsere gemeinsamen Vorstellungen von Freiheit, friedlichem Zusammenleben, Rechtstaatlichkeit und Menschenrechten, die uns Europäer verbinden – und zwar viel mehr als jene Dinge, über die wir uns nicht einig sind.“ In Zeiten globaler Herausforderungen und Unsicherheiten auch angesichts der politischen Entwicklung in den USA sei nicht der ungebundene und vermeintlich stärkere Nationalstaat, dem die Populisten und Extremisten das Wort redeten, die einfache Antwort auf komplexe Zusammenhänge, sondern ein einiges und selbstbewusstes Europa. „Alleine ist das nicht zu bewältigen. Wir müssen das gemeinsam tun. „Europa müsse seine Stimme erheben, um nicht als Belag eines Sandwiches zwischen Amerika und China zu landen. Hoffnung gibt der Ministerin eine aktuelle Studie, der zufolge für 75 Prozent aller Deutschen „Europa“ positiv besetzt sei. Auch in Polen und Ungarn stehe eine Mehrheit im Gegensatz zu den dortigen Regierungen zur Europäischen Union. Der Brexit habe gezeigt, dass die Europäische Union keine Selbstverständlichkeit sei. „Doch dieser Kontinent hat viel zu bieten. Die Mehrheit der Deutschen weiß dies. Sie wünschen sich Leidenschaft für Europa. Das freut mich und bestärkt mich darin, weiter mit Leidenschaft für dieses großartige Projekt zu arbeiten.“

Als überzeugter Europäer hatte Bürgermeister Roland Kern nach seiner Begrüßung den Saal gemahnt: „Ich kann das Gejammere über Europa, das selbstverständlich nicht perfekt ist, nicht mehr hören. Wenn man sich anschaut, was um uns herum geschieht, ja wie die Welt insgesamt nicht besser, sondern schlechter zu werden scheint, und sich dann noch vorstellt, es gäbe die Europäische Union nicht. Ja wenn das so wäre, dann müsste man Europa sofort erfinden, erbauen und festigen!“

Mit der Einbürgerungsfeier, die in den Jahren zuvor immer am 23. Mai, dem Tag der Verkündung des Grundgesetzes, begangen wurde, will die Stadt die Entscheidung für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung in angemessener Weise würdigen und die mit Rechten und Pflichten verbundene Aufnahme in die Wertegemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland dokumentieren. Insgesamt 44 Menschen aus 24 Ländern in Europa, Asien und Afrika haben im Laufe der vergangenen zwölf Monate die deutsche Staatsbürgerschaft erworben. Viele hatten auf die Einladung der Stadt geantwortet. Einige wohnen nicht mehr in Rödermark, einige mussten an diesem Tag arbeiten oder waren aus anderen Gründen verhindert. Doch immerhin konnte der Bürgermeister 15 neue Staatsbürger willkommen heißen. Nach den Ansprachen baten Kern und Ministerin Puttrich die neuen deutschen Staatsbürger einzeln nach vorn auf die Bühne, um sie persönlich zu begrüßen und ihnen als Willkommensgeschenk einen Bildband über Rödermark zu überreichen. Wie in den vergangenen Jahren gab es auch wieder eine Live-Einbürgerung. Der 17 Jahre alte Daniel Azimi aus Afghanistan, der seit 2006 in Waldacker lebt und in Langen in einem Altersheim arbeitet, legte vor großem Publikum das Bekenntnis ab: „Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“

Abgeschlossen wurde die Feierstunde mit der Verleihung des Integrationsförderpreises, der seit 2010 beispielhafte Projekte und Maßnahmen fördert, die dem Ziel einer besseren Integration dienen. Ausgezeichnet wurde diesmal das Netzwerk für Flüchtlinge Rödermark für sein Projekt „Worldcafé 2018“, das Geflüchteten und Rödermärker Bürgern eine Perspektive aufzeigen soll, wie man gemeinsam eine friedliche Gesellschaft weiter entwickeln kann, „in der wir voneinander lernen und in der wir uns gegenseitig unterstützen“. Dotiert ist der von der Sparkasse Dieburg gesponserte Preis mit 1000 Euro.

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