Masterplan „funktionaler Ortskern"

Die Umgestaltung des „funktionalen Ortskerns“ bildet einen der Schwerpunkte der Gesamtmaßnahme „Ortskern Ober-Roden“. Die Rede ist dabei vom Bereich rund um das Rathaus, die Stadtbücherei, die Trinkbornschule, das ehemalige Feuerwehrgebäude sowie die Kulturhalle. Bereits frühzeitig wurde das Büro Rittmannsperger Architekten aus Darmstadt beauftragt, mit Hilfe von Machbarkeitsstudien die Entwicklungsmöglichkeiten und -potenziale der städtischen Liegenschaften zu untersuchen. Ergänzt wurden die Studien um eine verkehrsgutachterliche Stellungnahme des Darmstädter Büros Freudl Verkehrsplanung.

Diese Einzelstudien wurden zu einem „Masterplan funktionaler Ortskern“ zusammengefasst.

Einzelstudien

Jägerhaus

Teile dieses Masterplans beziehen sich auf Erkenntnisse aus den Untersuchungen zum „Jägerhaus“. Die Untersuchungsergebnisse sowie technische und wirtschaftliche Abwägungen sprechen für den vollständigen Abriss und einen Neubau des Eckgebäudes. Im Erdgeschoss ist eine gastronomische Nutzung angedacht, um für weitere Belebung am Rathausplatz zu sorgen. Bei dem angestrebten Neubau sollen stilistische Elemente des Jägerhauses (Gebäudehöhe, Dachform, Giebel, Erker und Fenstereinfassungen) berücksichtigt werden. Grundsätzlich gilt dabei der Maßstab, der bei allen öffentlich zugänglichen Bereichen zu beachten ist: Barrierefreiheit muss gewährleistet sein.

Alte Feuerwehr - Bürgerhaus Alte Wache

Ein weiteres Kapitel des Masterplans beschäftigt sich mit dem ehemaligen Feuerwehrhaus am Platz vor der Kulturhalle.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 29. März 2022 auf der Basis von Machbarkeitsstudien einen Grundsatzbeschluss gefasst. Vorgesehen ist die Umwandlung der einstigen Feuerwache in ein multifunktional nutzbares Bürgerhaus

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben (Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter/Ganztagsförderungsgesetz) ergab sich eine Erweiterung des ursprünglich angedachten Nutzungskonzeptes.

Zur Erläuterung: Ab 2026 besteht ein (schrittweise zu erfüllender) Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung inklusive Verköstigung aller Grundschulkinder zur Mittagszeit (Mensa), der sich allerdings am Standort der Trinkbornsschule im Ortskern von Ober-Roden nicht abbilden lässt. Die Integration der Ganztagsbetreuung in das in unmittelbarer Nähe angedachte neue Bürgerhaus" wurde daraufhin geprüft.

  • Die Untersuchung zeigte, dass sich das erforderliche Raumprogramm einer Betreuungseinrichtung für Grundschulkinder mit einer multifunktionalen Nutzung kombinieren läßt. Zum Beispiel könnten Räumlichkeiten der Mensa, etwa der Speisesaal in den Nachmittags- und Abendstunden, anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Die vorhandenen Flächen im Bestandsgebäude reichen für all diese Bedarfe allerdings nicht aus.
  • Die ebenfalls notwendigen bautechnischen Untersuchungen des Gebäudes ergaben, dass sowohl Sanierung als auch Teilabriss und Erweiterung nicht möglich sind oder nur mit einem unvertretbar hohen Aufwand zu leisten wären. Hinzu kommen schadstoffbelastete Bauteile und das Fehlen eines zweiten Rettungsweges aus dem durchfeuchteten Keller.
  • Aus stadt- und verkehrsplanerischer Sicht ist die Engstelle an der Westseite des derzeitigen Ex-Feuerwehrgebäudes zu beseitigen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Aufgrund all dieser Fakten und Überlegungen erscheint es sinvoll, das Angebot der Ganztagsbetreuung für Grundschüler im Rahmen eines Neubaus zu realisieren.

Laut einer ersten überschlägigen Schätzung belaufen sich die Baukosten auf zirka 8,8 Millionen Euro (brutto). Darin enthalten sind die Abrisskosten für das Bestandsgebäude sowie ein Risikozuschlag von 15 Prozent. Seitens des Kreises Offenbach wurde eine Beteiligung an den Neubaukosten in Höhe von 50 Prozent in Aussicht gestellt.

Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Planungsphase!

Liegenschaften Dieburger Straße 29 und 31

Die Liegenschaften Dieburger Straße 29 und 31 zählen ebenfalls zum Untersuchungs- und Maßnahmengebiet. Der erfolgte Abriss der Gebäude (städtischer Besitz) soll vorrangig dazu dienen, Raum für einen verkehrssicheren und barrierefreie Zugang von der Dieburger Straße zur Kulturhalle zu schaffen. Insbesondere für Kinder wird der Schulweg in diesem Bereich sicherer. Der Platz vor der Kulturhalle soll im Zuge der Neuordnung besser nutzbar werden.

Freiflächen des funktionalen Ortskerns

Ein öffentlicher Raum mit großem Potenzial

Der öffentliche Raum des funktionalen Ortskerns ist in seiner Gesamtheit bislang aufgrund fehlender Gestaltung und Gliederung nicht als zusammenhängender Aufenthaltsbereich wahrnehmbar. Die Freifläche ist im Verhältnis zum Ortskern außergewöhnlich groß. Sie setzt sich zusammen aus dem belebten Rathausplatz, dem gering genutzten Kulturhallenvorplatz sowie den Verbindungen zwischen den beiden Flächen (Fußweg entlang des Horts, Vorbereich der Trinkbornschule).

Besonderes Potenzial und Ausstrahlungskraft für den gesamten Ort beschert die hohe Dichte an öffentlichen Einrichtungen, die an den funktionalen Ortskern angrenzen oder in unmittelbarer Nachbarschaft zu finden sind. Im Zuge der Bürgerbeteiligung und der Gespräche während der ISEK-Erarbeitung wurde ebenfalls deutlich, dass den Freiflächen eine zentrale Funktion für die Entwicklung des Ortskerns zugesprochen wird.

 Teilräumliches verkehrsplanerisches Konzept" für die Freiflächen

Ziel des Konzepts war es, die derzeitige verkehrliche Situation zu bewerten und zugleich Grundlagen für einen freiraumplanerischen Ideenwettbewerb zu schaffen. Dieser Wettbewerb soll letztendlich eine Neugestaltung der Freiflächen ermöglichen.

Für das Konzept waren vor allem Fragen der zukünftigen Erschließung zu klären, Verkehrsflüsse zu optimieren und die Ansprüche des ruhenden Verkehrs, der Anlieger, der Nahmobilität, der Andienung sowie des Hol- und Bringverkehrs zu berücksichtigen.

Zielvorgaben

Vorrangiges Ziel ist eine wirksame Entlastung der Plätze (verkehrsfreier Rathausplatz etc.) vom fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr. Geschaffen werden sollen bessere Möglichkeiten für attraktive städtebaulichen Nutzungen. Auch eine Stärkung der Aufenthaltsqualitäten und der ökologische Funktionen wird angestrebt.

Übergeordnetes Ziel der Stadt Rödermark ist es, im „Funktionalen Ortskern“ öffentliche Nutzungen zu bündeln und belebte Räume mit hohem Freizeitwert zu schaffen.

Realisierungswettbewerb läuft

Mithilfe eines Realisierungswettbewerbs soll ein Freiraumplaner gefunden werden, der die weitere Objektplanung vorantreiben könnte.