Staanern Kutsch
„Lang, lang ist es her, und es muß die schiere Not gewesen sein, die die Oweräirer zu nachfolgendem Tun trieb. Sie rotteten sich zusammen und überfielen nämlich auf der Straße nach Frankfurt – etwa in Höhe des heutigen Germania-Sportplatzes – eine Kutsche. Sie zerrten den Karren reicher Leute einfach in den Dreck. Ob sich der Überfall gelohnt hat, wissen wir nicht. Wir vermuten nur, daß die Oweräirer ihre Tat später gereut hat. Sie setzten nämlich einen Gedenkstein, der einer Kutsche ähnelt an jene Stelle, wo der Überfall stattgefunden haben soll. Alte Bürger wissen sogar von einem in den Stein eingeritzten Kreuz. Reste von der „Staanern Kutsch“ hat der Ober-Rodener Bauhof gesichert.“
Zitat aus "Oweräirerisch" …wie schäi! Dorfgeschichten aus Ober-Roden Erzählungen in Mundart von Adam Reisert und Theo Koser
Ein rätselhafter Fund aus Ober-Roden: Bei der Flurbereinigung im Jahr 1953 wurde nahe der Kreuzung Frankfurter Straße/Karnweg ein großer Sandsteinblock freigelegt. Mitte der 1970er Jahre sicherte der städtische Bauhof das ungewöhnliche Objekt.
Der Stein besitzt eine auffällige rechteckige Vertiefung und zeigt Spuren verschiedener Bearbeitungen. Trotz eingehender Untersuchungen konnten weder Inschriften noch andere Hinweise entdeckt werden, die seine Herkunft oder ursprüngliche Nutzung eindeutig erklären.
Der Volksmund sieht in diesem Stein den Kutschbock der sagenumwobenen „Staanern Kutsch“, die an dieser Stelle einst überfallen worden sein soll. Ob die Ähnlichkeit tatsächlich besteht, darf jeder Besucher selbst entscheiden.